Hier trennt es sich dann etwas. Jeder hat andere Pläne für den Tag, aber doch alle das gleiche Ziel, die Honeheke Lodge, benannt nach der Straße an der sie liegt. Wohl eine Art Institution bei TA Hikerin. Man kann ein Paket buchen: zwei Übernachtungen und den Shuttle zum Cape. Das hatte wohl die Vierergruppe gemacht. An dem Tag sind wohl 17 Leute gestartet, wow. Sie machen dann immer ein Gruppenfoto und checken, wer dann bei Zeiten mal auf dem Weg durch Kerikeri wieder vorbei kommt.
Aber erstmal zum Start, die Nacht war recht kalt und ich musste zum ersten Mal den Schlafsack bis oben hin zu machen.
Morgens dann gepackt und gegen zehn vor sieben los. Die meisten anderen waren schon weg. Bruce und Amy sowieso, Cristina ist eh geblieben bis zum Mittag wegen ihres Knies um sich dann Richtung Kerikeri mitnehmen zu lassen. Franziska hatte es auch nicht eilig, da sie eh Hitchhiken wollte. Ich bin dann losgegangen. Das erste Stück auf der Straße war einfach zu laufen und gut zum aufwärmen, ich habe dann irgendwann die Sonnenbrille ausgepackt und sie erstmal sauber gemacht. Irgendwann dachte ich mir, die Straße macht so viele Kurven… Also ein Blick auf die Karte – oops 1km an der Abzweigung vorbei. Doof, aber die Landschaft mit den ganzen Rindern war auch schön anzuschauen. Der Abzweig war aber auch leicht zu übersehen, ein kleines Schild das auf ein Loch in der Hecke zeigt. Hinter der Hecke dann ein grosses Schild mit Warnungen und Hinweisen. Es ging jetzt über Farmland. Sie haben für den TA extra etwas verändert, damit man nicht mehr über die Weiden laufen muss und man immer etwas Zaun zwischen sich und den Bullen hat, was ich auch gar nicht so schlecht finde. Man müsste dann über eine Holzkonstruktion steigen um über den Zaun auf ein abgetrenntes Stück zu kommen. Diese Holzkonstruktionen zum Übersteigen von Weidezaun gibt es hier häufig und in verschiedenen Ausführungen. Es ging dann erstmal an Weiden vorbei bis man an einem kleinen Bachlauf entlang geführt wurde, recht idyllisch. Dazwischen Stücke mit Wanderweg, der an beiden Seiten eingezäunt ist wie eine Triebgasse für Vieh, hier nur umgekehrt. Aber klasse, dass der Aufwand betrieben wurde um an die schönen Orte zu kommen, die im Farmland versteckt sind. Teilweise ist es sogar mit Boardwalks ausgebaut. Ein kleiner Wasserfall war auch dabei.
Danach ging es dann ein Stück auf einer Straße weiter, dort hatte ich sogar irgendwann Empfang und ich konnte ein paar Blicke Richtung Meer und die Bay of Islands, die kommt morgen, werfen.
Ich hatte inzwischen Anni auf dem Weg überholt, während sie aus den Büschen kam. Zum Glück, weil ich gerade mit Zuhause am telefonieren war, als sie hinter mir gerufen hat… Ich hätte fast zum zweiten Mal den Abzweig verpasst – puh. Also erstmal wieder etwas Farmland, immer noch die gleiche Farm. Dann auf einem schmalen Pfad durch einen Pinienwald, einem natürlichen Wald. Im Pinienwald saß Kass und hat Pause gemacht. Im natürlichen Wald ging es erstmal wieder steil über ein paar Treppen hinunter und dann schön an einem kleinen Bach entlang. Irgendwann standen da einfach drei Stühle mitten auf dem Weg im Nirgendwo. Ich habe dann erstmal Pause gemacht und kurze Zeit später ist Anni wieder aufgetaucht und hat sich dazu gesetzt. Wir haben dann etwas dem Plätschern des Wassers gelauscht.
Nach der Pause ging es dann weiter dem Bach entlang, der immer größer wurde und dem wir dann auch bis Kerikeri gefolgt sind. Der Weg wurde mit dem, dann schon als Fluss zu bezeichnenden, Gewässer auch immer besser ausgebaut. In der Nähe eines Vorortes von Kerikeri gab es dann die erste Swing Bridge des Trails, zwar nur eine kurze, aber ich habe mich gefreut. Dahinter lag dann auf einem perfekt gepflegten Rasen Anni, wir haben uns die ganze Zeit gegenseitig überholt, wenn einer stehen geblieben ist wegen Fotos oder was zu Essen. Ich habe mich dann mal dazu gelegt und wir haben kurz die Beine auf eine paar abgesägte Baumstämme, die wahrscheinlich als Hocker gedacht waren, hochgelegt. Dann noch dehnen und weiter.
Kurz vor Kerikeri stand ein Wagen an einer Straße, der frisches Obst verkauft hat, Wahnsinn nach ein paar Tagen effizientem Essen. Ich habe mir eine Tüte Orangen und drei Bananen aus lokalem Anbau gegönnt. Der Händler war Deutscher, aus Pforzheim, er ist auch mal für ein Jahr nach Neuseeland gegangen, jetzt ist er inzwischen über 40 Jahre hier… Die Geschichte habe ich jetzt schon öfter gehört.
Erstmal ein paar Orangen essen, dabei habe ich mich auch etwas eingesaut, aber das ist ja egal, ich wasche ja später noch. Der Weg bis zur Lodge hat sich dann aber noch ganze schön gezogen, ich hatte so um 24km im Kopf und die Schilder für die einzelnen Walkways haben gar nicht dazu gepasst. Ich bin dann an den Rainbow Falls vorbei gekommen und musste noch bis zum Kerikeri Basin, weil ich sonst nicht aus dem Tal rausgekommen wäre. Hier wurden wohl früher die ersten Verhandlungen zwischen Maori und Europäern geführt. Daher ist die Gegend auch historisch so wichtig für die Neuseeländer. Dann musste ich leider nochmal einen Berg hinauf bis zur Lodge.
Dort angekommen wurden wir vor dem Check-in erstmal ungefragt mit einem Eis begrüßt , super Sache nach so einem Tag.
Wie schon erwähnt, ist nach dem matschigen Wäldern heute Waschtag . Alle TA Hiker waren plötzlich in Regenklamotten unterwegs, obwohl die Sonne schien, Wirklich alle Klamotten waren in dem Gerät, was sie hier Waschmaschine nennen. ich glaube nicht dran, dass die wirklich wäscht, die verteilt den Schmutz nur gleichmäßig. Dann duschen und hoffen, dass die Sonne lange genug scheint damit man nachher wieder halb trockenen Klamotten anziehen kann, um irgendwo was essen zu gehen.
Die eine Hälfte war in der Stadt um Lebensmittelvorräte zu kaufen. Sie hatten dann geschrieben, dass sie zum Essen in einen israelischen Laden gehen wollten, ich habe mich dann auf den Weg gemacht ca 15min zu Fuss. Als ich ankam waren sie aber nicht da, nur ein anderer Teil der TA Walker. Ich habe dann gefragt, ob ich mich dazu setzen darf, ich wollte nicht den anderen noch weiter hinterher laufen. Die waren ja das meiste mit dem Auto gefahren…
Ich habe dann lecker gegessen und bin danach nochmal zum Supermarkt nebenan das Sortiment erkunden. Ich habe noch genug Essen für zwei Tage und morgen im nächsten Ort gibt es auch wieder einen Supermarkt.
Ich habe mir dann nur einen Apfel und Joghurt zum Frühstück gekauft und eine Dose mit Thunfisch.

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