Die Matratzen der DOC hut waren nicht sehr gemütlich. Aber OK, ich war so müde, dass es mir egal war. Nur, dass mir von dem vielen Auf und Ab die Beine weh tun, das hat genervt. Ich bin nachts wegen des Muskelkaters aufgewacht.
Am nächsten Morgen habe ich dann langsam und etwas später gestartet. Ich hatte morgens auch dem Mensch vom Wassertaxi geschrieben und der meinte, dass er zum einen mindestens 24h Vorlauf braucht und zum anderen heute und morgen nur gegen 8Uhr fahren kann. Meine Schätzung war aber, dass ich gegen 11Uhr erst vom Berg runter und bis zu seinem Anleger gekommen bin. Hatte also nicht funktioniert. Ich habe mir dann überlegt per Anhalter nach Whangarei zu fahren und wieder raus zum nächsten Startpunkt. Aber erstmal musste ich von der Hütte wieder hoch auf den Trail kommen, ca 200hm fast nur Stufen. Oben angekommen habe ich mich gefreut, auf dem super ausgebauten Weg wieder vorwärts zu kommen. Die Freude hielt nicht lange, es kam noch ein zweiter Hügel. Am Vortag hatte ich gut 1000hm und 36km gemacht und heute sollten es auch noch mal 600hm und ca 30km werden. Erstmal 15km bis zur Straße, von der ich hoffe, per Anhalter weg zu kommen. Der Weg entlang der Küste bis dahin war einfach schön. Die Kiwis bauen auch sehr unterschiedlich. Das ist hier wohl eher eine Art sich selber auszudrucken, als nur ein Haus zu bauen. Zumindest in den eher küstennahen, oft auch ferienhäusergeprägten Gegenden.
Naja, am Ende, bevor es auf die Straße ging, kam noch ein Parkplatz mit Bank, da wollte ich kurz Pause machen. Auf der Bank saß ein älteres Paar asiatischer Abstammung und ich durfte mich dazu setzen. Wir haben versucht zu kommunizieren so gut es ging. Sie leben zwar in Whangarei und sind für einen Spaziergang hier raus gekommen, aber sie haben sich auch für den TA interessiert. Sie haben davon gehört, aber noch nie jemanden getroffen, der ihn läuft. Ich habe von meinem Problem mit der Bucht erzählt, sie haben dann angeboten mich mit nach Whangarei zu nehmen, wenn sie zurück kommen. Ich habe gemeint, dass ich das Angebot gerne annehme, wenn ich dann noch an der Straße stehe.
An der Straße ging es eine lange Kurve den Berg herunter und danach direkt die Feuerwehr, also eine ideale Stelle zum anhalten. Ich stand vielleicht 5min dort in der Sonne und 15 Autos – mehr als ich erwartet habe – später, als ich gerade nach der Sonnencreme am greifen war, bremst ein Auto. Schnell hin gerannt, ein älterer Herr schon in Rente, würde ich sagen, hat mich dann mitgenommen. Hat mir vom Hundertwasser Museum erzählt und vom Whangarei harbour. Er hat mich direkt beim Pak’n’Save raus gelassen. Mein Fehler, hungrig einkaufen gehen. Nach der Kasse musste ich erstmal meinem Rucksack umsortieren um das alles rein zu bekommen. Puh, schwer das Ding, dafür hatte ich Obst und Gemüse. Auf dem Parkplatz erstmal noch eine Banane gegessen und Müll entsorgt. Das ist echt ein Problem, weil es wenige öffentliche Mülleimer gibt. Das ist in Deutschland einfacher, dafür gibt es dort keine WC’s und kein Wasser. Am Strand hängen meistens Schilder, dass man seinen Müll zuhause entsorgen soll. Klar, da fliegt dann nicht so viel in die Natur wie bei uns, macht es mir aber etwas komplizierter.
Danach bin ich kurz durch das Whangarei Basin gestreift, habe einen Kaffee getrunken und für einen kurzen Moment innengehalten. Es ist doch schön in einem fernen Land auf Reisen zu sein, auch wenn es englische und europäische Wurzeln hat, gibt es doch einen interessanten Einschlag aus der Entfernung zu anderen Ländern und der Maori. Das Basin ist ein netter Hafen mit großen Booten.
Einen Block weiter ist die Innenstadt, die erste die ich hier gesehen habe, die diesen Namen verdient, mit schöner Fußgängerzone und vielen Geschäften. Besonders ein Laden mit Kiwi Takeaways, interessant. Ich habe den Burger of the day bestellt. War nicht schlecht, aber anders als das was man so gewöhnt ist. Schwer zu beschreiben.
Danach ging es ab an die Straße um per Anhalter zum Marsdon Point zu kommen. Zweispurige Straße mit reichlich Platz zum Anhalten und gegen Feierabend, also viele Autos die vorbei kommen. Hat aber trotzdem eine halbe Stunde gedauert. Ein Maori hat dann doch angehalten, er war auf dem Weg nach Auckland für eine Konferenz. Er hat mich dann an der Abfahrt raus gelassen, da sah ich nur zwei Auto und war noch am überlegen, wo ich mich am besten hinstelle, da hat der nächste auch schon angehalten. Er hat mich dann auch dahin gefahren, wo er meinte das der Trail weiter geht, er geht da manchmal angeln und sieht die Leute öfters mit ihren Rucksäcken. Das lief doch ganz gut. 17Uhr Abmarsch an einem schönen Strand, den ich nur noch runter laufen muss.
Naja, ich habe dann nochmal genauer geschaut, da war noch ein Fluss… Ups, das wird so nicht klappen und den Trail angel mit dem Kajak brauche ich so kurzfristig auch nicht mehr kontaktieren. Zum Glück kann man es durch den Ort, der an dem Fluss liegt, ganz gut umlaufen . Sind zwar ein paar Kilometer Straße, aber OK. Solange ich am Zeltplatz bin bevor es dunkel ist, bin ich zufrieden.
Auf der Umleitung lag dann noch ein Takeaway, praktisch fürs Abendessen dann muss ich später nicht nochmal anfangen. Hunger hatte ich sowieso wieder.
Da ging es auch wieder an den Strand, einer dunklen Wolke folgend, die wie ein Balken am Himmel vor mir her geweht wurde. Sah cool aus..
Meine Ankunft auf der DOC Campsite Uretiti Beach hat mich etwas überrascht, das Ding ist riesig. Ich hab es nicht mal ganz angeschaut. Mehrere Häuschen mit Duschen und Toiletten. Ich hatte einen kleinen Flecken Rasen in den Dünen erwartet.
Am Waschbecken bin ich dann in einen Kerl gelaufen, als ich noch am Staunen war, der sich als Deutscher rausgestellt hat, der die Tour Araroa fahren will und gerade auf dem Weg mit seinem Rad zum Cape ist. Wir haben dann noch kurz geschnackt aber es wurde schon dunkel. Da habe ich mein Zelt direkt vor das Häuschen gestellt, weil es da Licht gab. In meinem Zelt wird es eh nicht dunklen, wenn der Mond scheint, da stört das andere Licht auch nicht und wenn ich schlafe ist mir der Verkehr da auch egal.
Ich habe die Nacht eine Zeltseite offen gelassen damit es nicht so viel Kondensation gibt, das hat super funktioniert und es war auch warm genug trotz leichten Winds. Nur in den Morgenstunden musste ich es zu machen als es angefangen hat zu regnen.

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