Mein Körper fühlt sich zwar nach Pause an, aber mein Kopf kann das noch nicht richtig akzeptieren. Ich habe mir keinen Wecker gestellt und habe bis kurz vor 7 echt tief geschlafen, mit dem zwar nur leichten Regen in der Nacht, aber der macht einen Höllenlärm auf dem Zelt. Ich habe dann neben mir das Geklapper von Zeltstangen vernommen.. Kurz raus geschaut, 2 von den 3 Zelten waren schon weg. Ich habe dann mit mir gerungen ob ich nicht doch das Zelt abbaue und wenigsten ein paar Kilometer laufen soll. Also habe ich angefangen, hin und her zu überlegen, wie ich das mit Übernachtungen und Essen planen könnte. Es gab einfach keine schöne Lösung, die mir zugesagt hat. Morgen bis Waiwhiu, dann nach Warkworth per Anhalter Essen kaufen. Entweder bleibe ich dort oder ich fahre wieder raus und laufe noch zur nächsten Campsite. Aber das ist wahrscheinlich bescheuert, weil ich am nächsten Tag dann wieder nur bis zu einer bestimmten Campsite kann. Danach kann man denn Puhoi river mit dem Kayak fahren, wenn die Flut abläuft, was zwischen 6:00 und 12:00 der Fall wäre. Oder ich laufe am Tag davor einfach ein längeres Stück und lasse den Puhoi river aus. Dann kann ich einen längeren Tag machen mit 35km. Das sind so die Gedankenspiele, die einem, was die Trailplanung angeht, durch den Kopf gehen. Dabei weiß man nie so genau, wie anstrengend der kommende Abschnitt für einen selber wird. Mal schauen was kommt.
Zunächst kam mal eine Gruppe Jugendlicher mit zwei Erwachsenen. Die sind trotz Regens schwimmen gegangen. Hatte ja doch 20°C, also nicht das Meer. Die sind hier einfach anders aufgewachsen. Auch am Tag zuvor, als ich an einem Kindergarten vorbei gekommen bin, sind die Kinder nach dem Regen einfach barfuß durch den Matsch gelaufen. Sie hatten Riesenspaß im T-Shirt und kurzer Hose. Bei uns wäre ohne Regenjacke und Gummistiefel nix gegangen.
Der Tag verlief dann noch recht ruhig: lesen und sich etwas mit den anderen Campingplatzbewohner unterhalten. Auf einmal kam eine Frau auf mich zu und meinte: „Du bist doch der Robert.“ Ähm ja der bin ich. Wie sich herausgestellt hat, läuft sie auch den TA und schläft in einer Cabin, daher war sie nicht am Zelt zu identifizieren. Sie hatte ein paar Fragen zur Trailplanung, deshalb hab ich ihr dann gesagt, was ich so vor habe und das fand sie wohl so plausibel, dass sie meinte, sie mache das auch so. Sie heißt Lena und ich hätte sie auf den ersten Blick nicht als Wanderin ausgemacht. Vom gesamten Erscheinungsbild zu ordentlich abgestimmt. Die meisten anderen tragen eher die Sachen, die für sie funktionieren, wild gemischt. Naja, ich würde ihr ja bestimmt nochmal über den Weg laufen.
Nur abends als ich mich hinlegen wollte, musste ich feststellen, dass unter meiner Isomatte eine Pfütze war, unter dem Zelt war es allerdings trocken. Der Wind muss es irgendwie seitlich reingedrückt haben und ich habe es vorher beim Kontrollieren nicht bemerkt . Erstmal habe ich versucht, es etwas aufzuwischen, danach habe ich alles zum Trocknen aufgemacht und mich nochmal in den TV Room gelegt. Die kiddos waren eh noch am spielen und ihr Leben genießen. 22:30 bin ich dann zurück in mein Zelt gezogen. Ich hatte ja gehofft, einfach einzuschlafen und dort liegen zu bleiben, die kurze Mini Couch war aber doch nicht so gemütlich wie ich mir das vorgestellt habe.
Im Zelt war es natürlich auch nicht richtig trocken geworden.


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