Nikau Bay to Peach Cove Hut

Der Tag hat recht entspannt angefangen, leave Camp war für 7:30 angedacht und ich bin schon was früher losgekommen. Ich dachte da ja noch, dass es bis zur ersten Flussdurchquerung flach ist… Pustekuchen! Der Weg ging gerade den Hügel hinauf. Na gut, dafür wird’s ja am Strand flach sein. Also erstmal durch den ersten Fluss. Am Anfang war ein Stein/Sandgemisch etwas piksig aber OK, im Fluss waren dann Muschelschalen, die verdammt spitz waren. Das Wasser ging gut bis übers Knie, also alles ok, noch etwas Strömung durch das abfließende Wasser, aber glasklar. Auf der anderen Seite dann Mangroven und dazwischen Matsch. Teileweise ist man bis zur Wade eingesunken in einen oberflächlich braunen, unten drunter aber schwarzen Matsch. Der schwarze Matsch war dann auch noch so richtig schön anhaftend. Bäh, ich habe mich ans Ahrtal erinnert gefühlt, nur ohne den Geruch.
James hat auf der Seite nach der Querung eine Bank gebaut. Da habe ich dann mit etwas Gras meine Füsse gereinigt und weiter ging es.
Erstmal Straße bis zur nächsten Überquerung eines trockengefallenden Meeresarm wie ein Watt. Zuerst kam noch eine Fußgängerbrücke über einen mit Booten befahrbaren Teil. Es hat angefangen zu regnen und ich habe mich dann zu einer Picknickbank unter einem Baum gerettet, da kamen nur 10% vom Wasser an, also erstmal was zu Essen rausgeholt. Kaum später kam auch schon der Roadrunner, hat mich wahrscheinlich nicht gesehen. Dann erstmal noch durch einen Ort und ein Stück Straße und Wiese an eine Holzrampe.
Da ging es dann einige Kilometer um Mangroven und die Küstenlinie herum bis zur eigentlichen Querung. Ich habe dann in der Ferne noch ein gelbes Raincover gesehen und mich gewundert, wo sie hin läuft, jedenfalls viel weiter durchs Wasser als ich dachte. Die Querung war nur kurz und nicht tief und die Stelle gut mit Pfosten markiert, das gelbe Raincover war lange bevor ich da ankam verschwunden. Aber auf der anderen Seite wieder Mangroven mit tiefem Matsch. und von da aus auf eine Farm Wiese, die nass war, da es vorher leicht genieselt hatte, daher bin ich dann barfuß weiter gelaufen bis der schwarze Matsch einigermaßen ab war. Dann ging es wieder ab auf die Straße, es sollte noch etwas Wald kommen vor dem Strand, kam er auch… aber auf der Spitze eines Hügels. Und wieder war die Straße gerade den Berg hinauf gebaut, mit einer üblen Steigung. Dann ging es endlich in den schönen Wald am Hügel, auf dessen Spitze es eine Holzplattform mit Bank und toller Aussicht auf die Bucht, an deren Strand ich gleich laufen würde, gab. Aber erstmal Abstieg mit vielen Treppen. Ein paar Kilometer gravel ried bis zum Strand. Kurz vorher kam mir ein Teenager Mädel mit Warnweste entgegen, also kurz Hallo gesagt und freundlich bestätigt, dass ich am Strand laufen will. Sie bestückt anscheinend die Possumfallen neu. Irgendjemand muss das ja machen.
Der Strand war super schön, leider zum Laufen etwas zu weicher Sand und damit sehr anstrengend. Immerhin gut 10km, aber am Ende wollte ich ja campen. Zum Ende hin gab es noch einen kleinen Felsvorsprung als müsste ich etwas die Dünen herauf klettern, aber der Weg war gut markiert. In der nächsten Bucht waren viele Surfer im Wasser. Klar wegen des Parkplatzes und öffentlichen Zugangs zum Strand.
Aus meinen Übernachtungsplänen wurde dann doch nix, weil es zwar eine Freedom Camping Site ist, aber nur für Wohnmobile. Dazu das ganze von Häusern umringt und eine Life Guard Station. Vielleicht nicht das Beste auf dem Präsentierteller gegen die Regeln verstoßen. Ein Stück weiter, wusste ich aber, ist eine DOC Hut, die allererste auf dem Trail. Muss man zwar separat buchen, war aber das nächste und ich war schon recht platt. In der Beschreibung stand was von 1 Stunde ‚easy Access well maintained track‘. Also normal 35 bis 40 Minuten zu laufen. Also gebucht, vor dem Klohäuschen am Parkplatz auf der Wiese liegend, die Schuhe und Socken in der Sonne trocknen. Schade, dass mich da keiner fotografiert hab.
Ich bin dann dem TA gefolgt um zur Hütte zu kommen. Das Navi sagte was von 400hm rauf und wieder runter. Naja easy access, wird nicht so wild werden. Ach herrje ging es da wieder steil rauf. Schöner Grasweg mit Blick aufs Meer und den Strand, den ich eben gelaufen bin. Super gut, wenn auch anstrengend. Es sollte noch eine WWII Naval Radarstation kommen, naja drei Brocken Betonüberreste. Nicht so spannend, aber gute Aussicht. Danach ging es wieder in einen wunderschönen Wald, allerdings hatte ich erst die Hälfte der Höhenmeter. Oh weia, dachte ich mir da schon, doch dann gab es Treppen und Treppen und wenn du denkst, du bist gleich oben, kommen hinter der nächsten Biegung noch mehr Treppen. Langsam wurde es hart, immerhin standen da schon 30km Weg auf dem Tracker, 36km müssten es bis zur Hütte sein… Aber wie immer mit solchen Wegen, es zeigt sich dann, dass nach den Treppen Matsch und Wurzeln, plus Steine und nasse Blätter kommen. Da geht das Tempo rapide zurück. Trotz des Abbau des Wasserbalastes. Das hohensteinschne Schweißtuch hatte ich mir da schon um den Kopf gebunden und überhaupt noch was zu sehen. Ich habe dann zwei Stunden wirklich harten An- und Abstiegs gebraucht um meinen Fehler zu erkennen, als ich an dem Schild ankam 1 Stunde bis zum Parkplatz und das auf einen ganz anderen Weg gezeigt hat… ja der Weg war easy access. So ein Mist. Egal, nur noch 1.5km und ca 200hm Treppen nach unten. Die Hütte liegt knapp über dem Meeresspiegel von dem ich ja kam. Zum Ende hin ging mir dann auch noch das Wasser aus. Ich habe gehofft, dass der heutige Regen genug in den Tank an der Hütte gespült hat.
Die Hütte ist zur Hälfte ausgebucht. Montags… Als ich ankam war kein Mensch zu sehen. Nur ein paar Sachen lagen rum. Erstmal Wasserfilter raus und zwei Flaschen Wasser bereit gemacht, dann Zeug in die Hütte. Huch, eine Kraxe – ich hatte am Parkplatz ein Paar mit Kraxe gesehen. OK, ab zum Strand Füsse abkühlen, was trinken und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Es war heute überwiegend bewölkt und teilweise regnerisch und diesig.
Am Strand war dann das Paar und noch eine Frau. Am einen Ende der kleinen Bucht Snacks und eine Flasche Wein und an der anderen die vier Personen. Ich hab mir einen schönen Stein zum Hinsetzen gesucht, was getrunken und gedeht. Da kam der Kerl angelaufen und hat sich entschuldigt, dass sie sich in der Hütte so ausgebreitet haben, sie dachten, dass sie bestimmt alleine seien. Naja, war ja spontan bei mir. Er hat mir dann noch den Rest von ihrem Wein angeboten, aber ich glaube davon wäre ich umgefallen. Noch schön die Füsse baden und zurück bevor die Sonne hinter dem Berg verschwindet.
Beim Abendessen habe ich mich dann noch mit der Familie und ihrer Freundin aus Finnland etwas unterhalten. Sehr nett.


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