Da die Fahrräder heute erst um 9:30 geliefert werden, ist es ein entspannter Morgen. Frühstücken, Wasserfiltern usw. Sogar gelesen habe ich solange die Campsite noch im Schatten lag. Da die Sonne noch hinter den Bäumen hervor kam, habe ich meine Klamotten, die ich am Tag zuvor gewaschen habe, nochmal in die Büsche gehängt und mein Zelt umpositioniert damit es von der Sonne etwas getrocknet wird. Auch mein Schlafsack war noch etwas feucht von der regnerischen Nacht davor. Also hing da ziemlich viel von meinem Zeug in dem Buschen herum. Ich wollte es natürlich noch solange wie möglich hängen lassen, dann wurde es doch plötzlich spät und ich musste mich beeilen meinen Rucksack zu packen. Ich musste noch ungefähr einen halben Kilometer zurück zum Parkplatz zur Fahrradübergabe laufen. Auf dem Weg sind mir dann die anderen entgegen gekommen, die nicht mit auf der Campsite waren. Wir haben bei unterschiedlichen Firmen Fahrräder gebucht. Mein Verleiher kam als erstes und war etwas überrascht, so viele Leute zu sehen. Auch das schottische Mädel mit ihren Eltern war von der Campsite gekommen, sie haben nur ihr Gepäck transportieren lassen. Wir haben dann unserer Räder bekommen, nichts besonderes, allerdings war das, was ich bekommen habe, noch etwas älter als die anderen. Naja, es schaltet und bremst, dachte ich mir. Wir haben dazu noch ganz einfache Daypacks bekommen, in die wir unser Wasser und Essen für den Tag gepackt haben, unsere Rucksäcke wurden zu den Campsites der Anbieter auf halber Strecke gebracht. Da fast alle von uns auf der DoC Campsite übernachten wollten, müssten wir die Rucksäcke dort abholen. Die Timber Trail Lodge, die zu einem der Anbieter gehört, hat Pizza auch für Walk-in Gäste im Angebot. Aber erstmal dort hin kommen. Ich bin dann mit Kathi, Jack und Anthony gestartet. Das hat sich aber aufgrund von unterschiedlichem Tempo sowie Foto und Trinkstops ziemlich schnell auseinander gezogen. Nach 11km gab es eine Abzweigung für einen Aufstieg zum Gipfel zu Fuß, dort hat es sich dann wieder etwas gesammelt. Auf der Karte war noch ein zweiter Weg bei ca 14 km, der etwas kürzer ist. Der TA geht offiziell den ersten Weg hoch und den zweiten Weg runter. Alle die oben bei km 11 versammelt waren, wollten den zweiten Weg hoch gehen. Also sind wir weiter, ich war dann zuerst dort, da stand ein Schild, das sagte, dass der Weg nicht mehr gewartet wird. Das wird dann wahrscheinlich so die Qualität haben von den anderen TA Wegen. Der Timber Trail ist ja bestens ausgebaut, damit er auch von unerfahrenen Leuten mit dem Fahrrad befahren werden kann. Ich bin dann den Weg hoch gelaufen und kurz hinter mir sind die anderen nachgekommen. Da es irgendwann mit Wasser, Matsch und Gekletter angefangen hat, haben die anderen mich dann eingeholt. Wir haben dann auf dem Gipfel bei toller Aussicht auf den Lake Taupo zu Mittag gegessen, also naja ich hatte meine Wraps vergessen umzupacken, also gab es nur Riegel und Nüsse für mich. Ich wollte dann nicht so lange da sitzen, weil mit dem Wind da oben doch recht frisch wurde. Auf dem Weg runter sind mir Emma und Maja begegnet.
Wieder am Fahrrad habe ich dann gesehen, warum sich mein rechter Fuß beim Treten so anders anfühlt als der linke. Ich hatte es auf das Wandern geschoben aber tatsächlich war das Plastikpedal gebrochen. Auch das Tretlager hat mich mit seinem Geknarze schon fast in den Wahnsinn getrieben.
Bis auf das ist der Weg durch den natürlichen Wald echt schön, auch nicht zu anstrengend zu fahren, auch wenn die ersten Kilometer hauptsächlich hoch gingen, jetzt sollte es ja wieder runter gehen vom Berg. Das hat auch super Spaß gemacht und man hatte zwischendurch tolle Aussichten und der Weg ist gut zu fahren, auch wenn ein paar Stellen dabei sind, bei denen man doch aufpassen muss. Mir kam dann zwischendurch doch noch jemand entgegen und da der Weg sich sehr durch die Bäume schlängelt, sieht man Gegenverkehr nur recht spät. Ich bin dann auch noch intuitiv zur falschen Seite ausgewichen, also nach rechts, da hatte nicht viel gefehlt. Nicht nur, dass die hier auf der anderen Straßenseite fahren, die Bremshebel sind auch vertauscht, hier wird mit der linken Hand hinten gebremst, total verwirrend. Besonders, wenn man so einen Trail mit Matschlöcher und anderen Unwegsamkeiten fährt. Cool sind die Swing Bridges, die schon recht lang sind und sich im Wind bewegen, auch beim drüber fahren muss man mit dem Wind aufpassen. Der Trail ging immer ein wenig hoch und runter, zwischendurch auch mal etwas steiler. Nach einer Brücke gab es dann einen kleinen steilen Anstieg, da ist mir dann die Kette gerissen, bei ein paar und zwanzig Kilometern. Nächste Möglichkeit für Telefonempfang sollte bei km 31 sein. Aber ich hatte morgens extra noch gefragt, was in der kleinen schwarzen Taschen am Fahrrad alles drin ist, da hat er uns erklärt, dass unter jedem Sattel mit Kabelbindern ein Kettenglied zum Kette flicken ist. Also konnte ich wenigstens die Kette flicken und weiter fahren. Allerdings war ich da endgültige von dem ausgenudelten Fahrrad angenervt. So würde ich die Firma nicht weiterempfehlen. Mein neuer Name für die Firma war nicht mehr Epic Cycles, sondern Epic Worn Out Bikes. Was allerdings ein unangenehmes Problem war, dass mir das rechte Knie angefangen hat weh zu tun. Jetzt bin ich ja schon ein paar Kilometer mit dem Rad gefahren und das nach so wenige Kilometern mir das Knie weh tut hat mir nicht gefallen. Ich habe mich bis zur Timber Trail Lodge durchgeschlagen und habe mir dort erstmal eine Pizza bestellt ,da der Hunger jetzt schon groß war, die Pizza allerdings eher nur ein Snack. Aus der anderen Gruppe waren die meisten da, bis auf Emma und Maja, die wohl die einzigen der Gruppe waren, die hochgestiegen sind. Alle die dort waren hatten auch dort ihre Rucksäcke, aber ich musste nochmal einen Kilometer weiter meinen Rucksack abholen. Der Camp Manger hat mich dann gefragt wie mein Tag war: Gut, bis auf das Fahrrad. Das habe ich ihm dann alles erklärt und er meinte, sie würden mir morgen früh um 9:15 ein anderes geben. Gut so. Ich hatte auch am Lenker den Trigger für sie Schaltung etwas nach innen versetzt, weil der viel zu nah am Griff war und bei jeder Bodenwelle an meinem Daumen angeschlagen ist. In Pflege und Wartung wird dort wohl nicht so viel investiert.
Von dort aus bin ich dann zur DoC Campsite gelaufen. Da haben sich dann auch wieder die Grüppchen gesammelt. So richtig kann ich mich hier noch mit keiner der Gruppen anfreunden. Ist aber auch nicht schlimm, da ich sie in ein paar Tagen eh wieder verliere, da ich im Tongariro National Park noch die Round the Mountain tour um Mt. Ruapehu herum laufen möchte. Dafür werde ich nach dem Tongariro Crossing aber wohl noch einen resupply stop einlegen müssen und dann dorthin zurück. Ersteinmal muss aber noch das Kanu für den Wanganui River organisiert werden. Dafür muss man in Taumaranui schon Vorräte einkaufen, auch wenn man erst eine Woche später am Fluss ankommt. Also ist da noch was Planung nötig, mal schauen mit wem ich dann fünf Tage in einem Kanu sitzen werde.

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