Heute war der Plan früh los zukommen um in Paihia die Fähre auf die Insel Urupukapuka zu nehmen, dort gibt es ein Café das der Fähren Betreiber betreibt und drei DOC Campsites.
Das früh wach sein hat gut funktioniert da die Horde Fruit Picker aus Afrika morgens nicht gerade unauffällig waren. Trotzdem bin ich nicht richtig in die Gänge gekommen.
Vielleicht bin ich doch mehr erschöpft als ich es gerade wirklich einschätzen kann. Ich bin dann um Viertel nach sieben los gelaufen mit einem halb vollen Joghurt in der Hand weil der so kalt war das ich ihn morgens nicht essen konnte. Nach meinem Plan würde ich wieder an der selben Stelle den Trail weiter laufen wo ich ihn am Tag zuvor verlassen habe, da wollte ich dann den leeren Joghurtbecher entsorgen. Ich bin dann durch einen Park in Richtung der stellen gelaufen an der ich gestern aufgehört hatte und da war auch schon eine Trail Markierung ich dachte also ich bin auf dem richtigen Weg. Irgendwie wurde es dann doch länger als gedacht, also Blick auf die Karte, ja ich bin richtig nur auch schon in der richtigen Richtung. Ich bin also ein paar hundert Meter vor meinem Mülleimer schon richtig abgebogen. Voller Hoffnung irgendwo einen Mülleimer zu finden habe ich das Ding dann weiter in der Hand gehalten. Leider kam ich irgendwann aus Kerikeri raus 🙁
Ich habe mir dann was zurecht gebastelt um den Becher am Rucksack zu befestigen beim Laufen weil ich wegen dem doofen Ding nicht anhalten wollte. Hat dann nach 15 – 20min auch gehalten ohne wieder abzufallen. So kann man sich auch beschäftigen.
In Kerikeri ging der Weg erstmal durch eine echt schöne Wohngegend an einem Berg mit toller Aussicht. Bestimmt teuer da oben und nicht mal einen Mülleimer.
Der Weg führte dann durch eine Holzplantage? Hier heißt es logging area. Ein riesen Gebiet aus Nadelholz das großflächig abgeholt und wieder neu angepflanzt wird. Ich bin da heute also an allen möglichen Stadien von Wald wuchs gekommen. Dazwischen dann immer wieder stellen mit natürlichem Wald, war aber alles Schotterweg so wie man es auch auch Deutschland kennt im Wald. Nur das hier viele Warnhinweise für Menschen und Truckfahrer aufgestellt sind.
Da ist sonst quasi alles verboten außer auf dem TA durch zu laufen. Ab und zu sind sogar Wasserstellen ausgeschildert, das sah mir aber eher nach großen Pfützen aus, ich hatte auch genug um die ca 22km bis Paihia durchzuhalten. Ich habe ja auch nur nur zwei frühstücke und vier Abendessen übrig von der letzten Section, total verkalkuliert. Das muß ich nochmal üben aber daher war der Rucksack geradezu leicht. Das laufen ging gut voran und der Wald war doch abwechslungsreicher als ich zuerst gedacht hatte. Die anderen wollten heute alle irgend wie per Anhalter fahren nur Bruce ist gelaufen, weil er ja das Ziel hat durchs Land zu laufen, außerdem ist im natürlich Waitangi an dem wir vorbei gekommen sind wichtig. Hier liegt ja quasi der Grundstein Neuseelands. Zum einen wurde die Unabhängigkeit erklärt und mit den Maori Stammen ein Vertrag zum zusammenleben geschlossen. In Kerikeri wurden wohl die ersten Verhandlungen geführt. Das war jetzt sozusagen der historische Teil des Trails.
Kurz vor Waitangi habe ich dann einen Hiker laufen gesehen der aus einer völlig unerwarteten Richtung kam. Könnte Bruce gewesen sein, aber von wo ist der gekommen. 500m später war ich schlauer als ich das Schild zum Aussichtspunkt über die Bucht erspäht habe. Also habe ich auch einen kleinen Abstecher gemacht, eigentlich ein schöner Platz für eine Pause aber ich wollte versuchen Bruce einzuholen.
Nach dem Aussichtspunkt ging es weiter durch den Bikepark der schon ein paar Kilometer zuvor beginnen hat, ich wäre lieber durch den runter gelaufen…aber ich wollte niemanden gefährden falls doch einer Fährt.
Nach dem Bikepark gab es dann noch eine paar Weiden mit Burger Parties und ich konnte Bruce in der Ferne immer Mal sehen ich kam ihm näher. Plötzlich wurde der rasen richtig schön und an der nächsten Abzweigung stand das Schild mit der Erklärung, golfclub. Also schön auf der Straße durch den Risen Golfplatz gelaufen. Natürlich gab es da keine Fußgänger weg.
Am Waitangi Treaty Denkmal hatte ich Bruce eingeholt. Wir sind dann ca 500m zusammen bis zum Eingang vom Museum gegangen und haben noch kurz wegen der anstehenden Kajak Fahrt geredet und Nummern getauscht.
Es war dann nur ein kurzes Stück Bus zum Hafen von Waitangi und der Brücke nach Paihia. Sonnenschein Meer stand und eine Reihe von Optis, Lasern und andere Jollen die gerade raus fuhren. Hätte ich auch gerne gemacht. Aber so Verleiher für sowas gibt es hier nicht wie in Europa, das sind alles irgend welche Boatclubs. Also eher nicht machbar.
Ich bin dann erstmal weiter Richtung Verkaufsstand für die Fährtickets. Kurz nach zwölf, also alles entspannt aber schon ca. 22km auf der Uhr, da geht auch mal eine Kugel Hokey Pokey Eiscreme, also schnell in die Superette auf der anderen Straßenseite. Sowas wie die Eisdiele in Europa kennen die hier auch nicht wirklich. Hier gibt es an jeder Ecke TipTop Eiscreme, das sind viereckige Pappschachteln mit Eis die in einer Art besseren Späti verkauft werden.
Dann am Ticketschalter für die Fähre läuft mit Franziska über den Weg, sie hatte ich heute noch beim Frühstück gesehen aber dann war sie verschwunden. Sie ist immer sehr gut vorbereitet und hat immer schön alles im vorraus gebucht, Schweizer Uhrwerk..
Nur gerade war sie noch dabei die Möglichkeiten auszuloten für eine günstige und praktikable Unterkunft die nicht zu weit vom Kajak verleih weg ist. Ich habe gesagt das ich auf die Insel fahren will und mich Grade Versuche zu organisieren.
Tickets für die Fähre habe ich bekomme für heute um 14Uhr und Rückfahrt am Folgetag für 12:15. Das ist ok, ich hatte gehofft früher zurück zu sein um evtl direkt in kayak steigen zu können aber das wird dann nix. Auf dem Weg zum Kayak verleih noch schnell online beim DOC die Campsite gebucht, ging reibungslos für 15$.
Dann zum Kayak verleih, der hat mir erklärt daß er für morgen eh schon ausgebucht sein, Huch wo kommen die ganzen Hiker her? Am Donnerstag hat wohl auch schon jemand gebucht, das könnten die beiden Amerikanerinnen Juliette und Jillian sein. Er wusste aber nicht mehr ob es eine Julian ist Jilliette war, er hat dann meine Nummer notiert und versprochen mir eine Nachricht zu schreiben um meine Buchung für Donnerstag zu bestätigen, ja es ist inzwischen Abend und ich habe nichts von ihm gehört.
Ich bin dann zurück um was zum Essen zu finden, Fish and Chips gibt bestimmt genug Energie bis zum Abend.
Also mit vollem Bauch und eigentlich bereit auf das Boot gestiegen, doch ziemlich ausgebucht das Ding, gut das ich noch einen Platz habe.
Bei Sonnenschein ging es dann auf dem Oberdeck durch die Bay of Islands, sehr schön. Viele Inseln und hübsche Strände, manche bewohnt, eher Oberklasse.
Nach einer guten Stunde waren wir dann an meiner Endstation, einige sind auch aufgestiegen um die Insel zu erkunden andere sind auf dem Boot geblieben um nur die Tour auf dem Boot bis zum Hole in Rock zu machen. Da es noch früh war bin ich auch auf Erkundungstour gegangen, wie ich feststellen muss ist die Insel nicht sehr hoch meine maximale Höhe war 118m dafür hat sie viele kleine Erhöhungen. Was nach den morgendlichen Kilometern dann doch anstrengender wurde als gedacht. Ich wollte aber trotzdem einmal bis zur anderen Spitze der Insel gehen. Auf dem Rückweg wurde es doch langsam spät… Ich bin dann gerade über einen Bergrücken gelaufen als die letzte Fähre abgelegt hat, jetzt sind nur noch sehr wenige bis gar keine anderen Menschen auf der Insel, ich weiß es nicht. Mit mir ist jedenfalls keiner mit Camping Sachen ausgestiegen, aber die Sunset Bay Campsite mit ihren zwei plätzen war schon belegt.
Zumindest gibt es hier genug Schafe… Jedenfalls mehr als die Insel am Tag Besucher sieht. Nicht lange bevor die Sonne hinter dem Berg der Bucht verschwinden würde war ich an der Campsite. Die ganze Bucht für mich, nicht mal ein Boot. Das Schild ankern verboten könnte auch das erklären. Also ich und die Schafe. Vier Toiletten, zwei Wasserstellen, eine Dusche und eine Picknick bank. Nicht zu vergessen der Strand.
Zelt aufgebaut nach Klamotten in die Sonne gelegt, Handtuch geschnappt und ab ins Wasser. Man ist das noch kalt im Frühling, aber Glas klar ich kann ich im Brusttiefen Wasser noch super meine Zehe sehen, aufgrund der Kälte aber wahrscheinlich nicht richtig fühlen. Einmal durch die Bucht schwimmen und dann schnell abduschen. Die Dusche ist eher so eine Strand Dusche ohne wirkliche Kabine, also konnte ich mich etwas in der Sonne trocknen lassen bevor ich die Schuhe anziehen um ohne Schafscheisse am Fuß ins Zelt zu kommen.
Aber erst nach Abendessen, es gab noch meine Thunfisch Mischung vom morgen, ich habe mir versucht einen Windschutz für meinen Kocher zu basteln aus einer großen Dose Thunfisch, die größte Dose die ich im Laden gefunden habe. Leider geht der Topf nicht hinein, aber ich probier es das mal aus..
Die Thunfisch Mischung besteht aus dem Fisch, Tomatenmark, Pesto, Salz und Pfeffer. Also allem was mein Essensbeutel noch an Aroma Stoffen so hergibt. Aber ich muß sagen Recht lecker als füllung für einen Wrap. Wird es bestimmt wieder geben.
Der Zeltplatz direkt am Wasser ist richtig schön, das leise plätschern wenn die Schafe mal aufgehört haben zu blöcken und ein paar Vögel noch im Hintergrund, herrlich. Der Tag hat sich gelohnt.

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