Am nächsten Morgen waren wir zum gemeinsamen Frühstück verabredet… Habe aber verpennt, weil ich einen Wecker ohne Ton gestellt habe…. klassen. Den hatte ich vorher mal im Hostel benutzt, damit der Akku schön geladen wird, aber keiner aufwacht, wenn ich eh noch nicht aufstehe.
Naja, also schnell alles zusammen gepackt und mit gepackten Sachen zur Küche gegangen. Dort stand noch meine Tasche mit Essen, wegen der Mäuse. Es gab dann schon einen Kaffee und ich habe mir mein Müsli fertig gemacht und gegessen. Wir haben dann noch über die Tagespläne philosophiert. Ein Mädel muss ja noch ihr Telefon reparieren lassen, sie hatte also einen fixen Plan, da sie ein Busticket gebucht hat. Egal ob laufen oder per Anhalter am Strand…
Alle anderen waren sich einig, erstmal zum nächsten Campingplatz zu laufen und dann weiter zu schauen. Die 17km liefen auch echt gut und wir waren gegen kurz vor 12 am Ort. Schön hinter den Dünen unter einem Baum beim Mittagessen. Nach und nach sind dann auch alle wieder dort eingetrudelt.
Highlight des Tages, ein Abfalleimer. Bisher hatten wir all unsren Müll wieder mitnehmen müssen. Also Ballastabwurf, ich hatte ja noch eine angenagte Tagestation Essen dabei.
Dann ist jeder für sich wieder aufgebrochen. Christina war vor mir, die hatte sich am morgen die Pasta reingezogen und ist dann echt sehr zügig immer weiter von mir weg gelaufen. OK Mittagsloch, dachte ich mir so. Irgendwann wurde ich auch noch überholt, wobei wir am morgen noch alle ein ähnliches Tempo hatten. Also doch mal was Musik aufs Ohr um wenigstens den Takt zu halten und nicht irgendwann doch stehen zu bleiben. Der Strand ist doch sehr monoton und heute sind nur noch sehr wenige Autos unterwegs und keine Muschelsammler.
Irgendwann haben dann die Fußballen wieder angefangen etwas zu „brennen“, aber nicht so schlimm. Doch plötzlich ein Schmerz der durch den Fuss fährt, ich glaube da ist die Blase in ihrem Blasenpflaster aufgeplatzt. Junge, Junge, das war ein Gefühl! Aber fünf Schritte später ging es echt wieder angenehm zu laufen, der Druck beim abrollen war weg und es lief dann wieder echt rund.
Es muss so fünf Kilometer vor dem Ortskern von Ahipara gewesen sein, da zieht es auf einmal im rechten Oberschenkel und natürlich fängt man dann sofort an, sich anders zu bewegen. Bis Ahipara haben dann auch die Fußballen geschmerzt wie wenn man im Sommer zulange barfuß auf einer heißen Steinplatte steht. Am Ortsrand gab es dann so einen Schotterweg von der Straße zum Strand, das war wie auf Eiern laufen. Spätestens auf dem Bürgersteig hat mir dann alles von den Füßen bis zur Hüfte wehgetan. Da war klar, ein Bett muss her, also bis zum Ortsausgang durchhalten und per Anhalter nach Kaitaia fahren. Dort übernachten und am nächsten Tag 18km Straße laufen schien sehr unsinnig. In einer Einfahrt hat ein junger Mann gerade ein paar Körbe Basketball geworfen, der hat mich dann angequatscht und mich aufgefordert auch mal zu werfen und wo ich denn her komme, da kommen wahrscheinlich alle Hiker vorbei…. Leider habe ich nicht getroffen sonst hätte er mir ein Eis ausgegeben. Schade.
Ich bin dann weiter, die Schulkinder, die aus der Schule nach Hause laufen, haben mich etwas schräg angeschaut, aber meistens nett gegrüßt. Ich mußte dann noch um eine Kurve herum um auf die Straße nach Kaitaia zu kommen. Da habe ich dann mal den Daumen rausgehalten und zwischendurch, wenn keiner in meine Richtung fuhr, ein bisschen Stretching betrieben. Da kam auf einmal Christina mit einem Eis lächelnd um die Ecke. Ich dachte eigentlich, dass sie schon weg sein. Aber anscheinend habe ich sie dann beim Eis kaufen überholt. Wir sind dann gemeinsam Richtung Ortsausgang gelaufen und haben immer wieder erfolglos den Daumen raus gestreckt. Ich habe mich dann in den Straßengraben gelegt, ein gut gepflegter Mahr wie ein Vorgarten, schön unter einen Baum die Füße auf den Rucksack. Ein paar Minuten Pause…. Christina wollte zur Not auch 18km nach Kaitaia laufen…. Ich wollte das definitiv nicht mehr. Entweder hält einer an oder ich schleppe mich zum Campingplatz.
Irgendwann habe ich mich dann aufgerafft und habe nochmal die Waden gedehnt. Auch dabei kann man den Daumen raus strecken und siehe da, ein Schulbus hält an. Ich bin dann also, so zügig es ging, gefühlt in den Bus gekrochen und habe der Fahrerin erklärt, dass wir noch jemanden mitnehmen müssten. Sie meinte nur, sie habe uns auf der Hinfahrt schon gesehen. Ein paar hundert Meter weiter haben wir dann Christina eingesammelt.
Die Busfahrerin hat dann gefragt, wann wir nach Kaitaia gefahren seien. Klar, die Locals wissen auch über den Trail Bescheid. Wir haben dann gesagt: „Freitag“, und sie hat dann nur geantwortet: „Ach dann habe ich euch ja gefahren“. Und tatsächlich war es die Fahrerin des Intercity Busses von Kerikeri nach Kaitaia. Sie hat dann noch gefragt, wo wir hin müssen und hat uns eine Straßenkreuzung keine 100m weit vom Hostel rausgelassen. Was ein Glück. Nach dem Aussteigen haben uns zwei Maori Kinder interessiert ausgefragt, was wir hier machten und wo wir herkämen.. Sie haben sich wohl gefragt, warum Menschen von „Oversees“, eher ein Konzept was sie nur aus der Schule kennen, ausgerechnet in Kaitaia landen. Die beiden waren so um die 8 und 10.
Dann schnell ins Hostel und erstmal die Beine hoch legen…

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