Nach einer nicht ganz so guten Nacht, weil es erst anfing sehr starken Wind zu geben und später dann noch genieselt hat. Trotz des Daches wurde ich dann nass. Daher musste der Schlafsack wieder eingepackt werden, obwohl ich die extra Wärme wegen des Winds ja erst rausgeholt hatte. Schon doof manchmal ohne Zelt.. aber geschlafen habe ich trotzdem tief und fest..bis kurz vor sieben. Da war es dann schon hell. Aber es war kein Mensch weit und breit. Dieser ganze Park ergibt an der Stelle absolut keinen Sinn, ich komme nicht drauf wer den ernsthaft benutzen soll. Bestimmt so eine schlecht umgesetzte Vorgabe der Stadt.
Ich habe dann alle meine Sachen in den Rucksack gestopft. Der war wirklich komisch beladen. Schlafsack ganz oben drauf, das macht normal gar keinen Sinn. Vor dem Bus zum Bahnhof habe ich dann noch an einem Cafe angehalten, das wohl eher von den Lokals genutzt wird, also von den Mitarbeiter am Flughafen und den umliegenden Firmen.
Nach einem Kaffee und einem Rührei ging es für mich dann mit dem Bus weiter zum Bahnhof, das sind nur ein paar Stationen. Ich wollte aber liebe etwas früher dort sein als den Zug zu verpassen. Naja, als ich am Bahnhof ankam ist der Zug gerade abgefahren, aber er Richtung Auckland rein, also wird es noch dauern bis er zurück kommt. Solange habe ich dann am Bahnhof etwas Blog geschrieben.
Die Lokomotive sah aus wie aus einer anderen Zeit, aber der Rest des Zuges war recht modern. Man kann in dem Zug entweder mit einer speziellen Bezahlkarte bezahlen oder Cash. Das macht man im Boardbistro. Eigentlich auch cool gelöst, Free WiFi mit 250MB Datenvolumen inklusive.
Der Zug ist zwar nicht schneller gefahren als die LKW auf dem Motorway, aber OK. So konnte ich mir im Zug etwas die Landschaft anschauen und mir überlegen wie es die nächsten Tage weitergehen kann.
Da ich aber mein kleine Taschenmesser mit Schere verloren habe, wollte ich mir in Hamilton ein neues besorgen. Ich habe kein Geschäft gefunden das die Dinger verkauft. Küchenmesser von Victorinox findet man, Taschenmesser nur beim Hunting and Fishing, aber da sind die Messer insgesamt alle etwa größer. Da sind die auch in der Waffenabteilung neben den Gewehren und der Munition zu finden.
Also bin ich in Hamilton zu Track and Travel Outdoor Laden gelaufen. Ein kleiner aber doch gut sortierter Laden. Cool fand ich vor allem, dass sie diese verschiebbaren Leitern hatten und der Laden einfach zwei Stockwerke hoch war. Sie hatten dann ein paar Altra Schuhe im Ausverkauf da stehen, nur nicht in meiner Größe… aber sie haben Altras. Ich habe mir zwar schon eine Alternative in Auckland angeschaut gehabt, aber ich dachte, probieren kannst du ja mal. Es sind dann ein Paar Lone Peak 8 geworden, die haben einfach etwas mehr Dämpfung als die, die ich schon angeschaut hatte und die gab es hier in der breiten Version. Ich habe dann noch einen verschließbaren Becher mit Hülle und Griff mitgenommen und meine Gamaschen, die mich so genervt haben getauscht.
Das Beste war, dass sie an der Kasse gesagt hat, dass TA hiker 15% Rabatt bekommen und sie mir die Schuhe ein paar Kilometer vorausschicken. Also 230km müssen sie jetzt noch, die Sohle löst sich zwar langsam ab und oben bekommen sie Löcher aber ein bisschen geht noch. Ich hatte kurz gehofft, dass Tongariro Crossing noch in den alten zu machen, aber das ist definitiv zu weit.
Zumindest ist das Thema Schuhe jetzt abgehakt und ich habe erstmal meine Ausrüstung soweit zusammen. Nur noch eine Packung Haferflocken muss her dann ist das Frühstück gesichert.
Auf dem Weg vom Outdoorladen habe ich dann noch ein Mittagessen bei einem Inder gegessen, Butter Chicken mit Reis. Ich glaube, er hat mir eine extra große Portion gemacht, weil ich mit meinem Rucksack und meinen etwas abgerockten Klamotten wohl etwas bedürftig aussehe. Danach war ich eigentlich eher bereit für ein Schläfchen als noch 10km zu laufen. Aber hilft ja nicht. Aus der Stadt raus hab ich dann noch Bananen und geschredderte Haferflocken gekauft, weil es das einzige in der Packungsgröße mit der ich was anfangen konnte war. Dann ging es nach Hamilton. Noch durch ein Aboretum das super verwirrend beschildert war und ich froh war, dass ich wieder herausgefunden habe.
Ich war heute nicht sehr schnell unterwegs, hab es dann aber doch irgendwann zu meinem Nachtquartier geschafft, einem Café das TA Hiker kostenlos im Außenbereich übernachten lässt. Man baut sein Zelt dort halt zwischen den Tischen auf. Als ich dort angekommen bin waren aber fast alle Zeltmöglichkeiten schon belegt. Wow, da war ja was los. 10-12 Leute hingen da rum. Ich hab mir erstmal was zu Essen gemacht nach dem Zeltaufbauen. Einer der Jungs hatte gefragt, ob ich noch mit in den Pub auf der anderen Straßenseite gehen würde, klang nicht so schlecht nach dem ganzen Tagen ohne Gesellschaft. Ich hatte dann noch ein Somaya Zelt gesehen, bisher gab es das nur einmal. Ich wollte gerade versuchen herauszufinden, wer der zweite Mensch mit so einem exotischen Zelt ist als Christina um die Ecke kam. Also doch nur eine Person mit dem Zelt.
Es kamen dann noch zwei Leute, ein Mädel und ein Kerl.
Ich bin dann kurz rüber in den Pub, dort waren zwei Engländer und ein Deutscher. Wir haben ein bisschen gequatscht und ich habe einen Ginger Wine auf der Karte entdeckt, sehr spannend. Ich liebe ja Ingwerbier und solche Sachen. Der Wein ist an sich sehr lecker gewesen nur viel zu süß, ich hatte ihn lieber trocken gehabt. Jetzt war ich aber endgültig bettreif.

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