Für heute stehen 38km Roadwalking auf dem Programm als Überbrückung zum Pureoa Forest Reserve in dem der Timber Trail liegt, der besonders bei Fahrradfahrern beliebt ist. Den Trail kann man entweder per Fahrrad oder zu Fuss machen. Ich habe mir jetzt ein Fahrrad gebucht, damit dauert es nur 2 statt 4 Tage.
Zumindest hat es am Morgen nicht mehr geregnet, aber zwei Schritte durch das tiefe nasse Gras haben für nasse Füsse gereicht. Also das ganze nasse Gelump zusammen gepackt und in die nassen Socken und den nassen sun hoodie rein. Der riecht inzwischen schon fast so wie die tote Ziege, die neben dem Weg lag gestern. Naja nicht ganz.
Ich hatte im Camp gefrühstückt, ein anderer Teil wollte sich ein hübsches Plätzchen suchen. Ich war so im Mittelfeld der Starter und habe mich alleine auf dem Weg gemacht. Die Landschaft war eben so typisch neuseeländische Schaffarm. Ganz hübsch, aber mit nur dem Gelaufe auf der Schotterstraße etwas eintönig, also erstmal einen Podcast angemacht. Dabei habe ich die anderen beim Frühstücken überholt, später dann auch die Holländer. Mein Plan war alle 13km eine Pause, also zwei stops.
Ich habe dann nach etwas über 13km eine alte Fußmatte gefunden, die mir als Sitzunterlage gedient hat. Worüber man sich so freut, ich würde natürlich dann wieder überholt und zu meiner tollen Matte beglückwünscht.
Da ich lauftechnisch mit Schotterstrasse und Straße wenig Probleme habe und meine Pause eh fast beendet war als die anderen kamen, hatte sich da eine Art langer Gänsemarsch gebildet. Die meisten hatten Kopfhörer im Ohr. Zu der Gruppe gehört ein belgisches Paar, aber nur er läuft konstant und sie fährt öfter per Anhalter, da wo es geht. So auch heute, sie ist vor meiner Pause noch auf der Ladefläche eines Pickups an mir vorbei gefahren. Allerdings ist sie wohl nur ein paar Kilometer gekommen, weil sie dann an einer Abzweigung gewartet hatte.
Am Ende der Schotterstraße ging es nochmal für 8km auf den Highway. An der Abzweigung war ungefähr mein zweiter Stopp geplant und es war kurz nach Mittag. Also gutes Timing. Das belgische Paar – Ellen und Jo – war da kurz vor mir und auch sie wollten Mittag machen. Wir haben uns dann auf einen Flecken Gras neben der Straße gesetzt, Schuhe und Socken ausgezogen und die halben Rucksäcke um uns herum verteilt als immer mehr von den anderen eingetroffen sind und sich dazu gesellt haben. Ich musste meinen linke Fuß etwas tapen, da meine Socke ein Loch bekommen hat, das in Kombination mit dem Schuh mir die Fußsohle aufscheuert. Bevor das größer wird lieber was machen.
Den Highway zu laufen war nicht so spannend, ich habe mich dann erstmal hinter das holländische Paar geklemmt und ein paar Nachrichten verschickt, weil es dort mal Empfang gab, vorher nicht. Damit ich nicht umgefahren werde bin ich schon hinter ihnen hergelaufen. Nach dem Handydaddeln bin ich an ihnen vorbei gezogen, die laufen mir einfach zu langsam.
Jetzt war nur noch Sebastian vor mir, er hatte nicht zum Mittagessen angehalten. Nach dem Highway ging es wieder auf eine Schotterstraße Richtung Campsite. Dort hat Mitch, eine Bikepackerin, überholt, die ich dann später auch auf dem Campingplatz wieder getroffen habe. 500m vor der Campsite ist der Parkplatz für den Timbertrail zu dem ich morgen zurück muss. Dort hatte ich Sebastian in der Ferne gesehen wie er auf den Timber trail abgebogen ist, komisch. Egal, ich gehe zur Campsite, dort habe ich mir einen kleinen Snack Nüsse gegönnt und hab dann das Dampfbad in die Sonne gestellt zum trocknen. Zum Glück kam die nochmal heraus am Nachmittag. Leider ist mir erst zu spät aufgefallen, dass ich meine Oberschenkel nicht weit genug nach oben eingeschmiert habe. Daher habe ich jetzt Sonnenbrand so breit wie die neue Hose kürzer ist als die alte. Bei den Wolken heute morgen hatte ich nicht mit Sonne gerechnet und die lange Hose weg gelassen.
Ich hab das Wetter und das fließende Wasser am Campingplatz genutzt um meine matschigen Klamotten zu waschen und eine kleine Dusche aus der Flasche zu nehmen. Besser als nix. Was mich allerdings gewundert hat ist, dass bis auf Sebastian kein anderer aufgetaucht ist.
Später habe ich dann Stev gesehen, seine Eltern waren wieder mit dem WoMo aufgetaucht. Er hat mir dann erzählt, dass er das so nicht geplant hatte es aber ganz praktisch ist. Der Rest der Gruppe wurde wohl von einer Frau abgefangen, die ein paar Cabins hat, sie hat die anderen eingeladen auf ihrer Wiese zu campen und die Duschen zu benutzen. Da sagt ja kein Wanderer hier nein.
Die Bikepackerin vom Weg saß an einem Picknicktisch im Schatten, ich hatte mich mit ihr kurz unterhalten als ich ankam. Sie kommt aus Schottland und ist Anfang des Jahres nach einem Auslandsjahr nach Wellington gezogen. Sie ist hier um den Timber Trail zu fahren und mit ihren Eltern verabredet. Sie kam wohl ein Stück mit dem Zug von Wellington hoch und ihre Eltern kommen aus Richtung Auckland, sie sind zu Besuch und haben vorher eine Tour durchs Northland gemacht auch mit dem Rad.


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