Heute also früh aufstehen damit ich um 6 abmarschbereit bin. Ich habe mich zwar gefühlt wie eine Schildkröte, aber Mark meinte, ich wäre morgens ziemlich schnell. Naja, ne Stunde dauert es schon. Dehnen, anziehen, Essen packen, Wasser auffüllen und sie Sonnencreme nicht vergessen.
An dem Morgen sind Tanja und Allison auch mit gelaufen. Die anderen beiden Mädels lagen noch im Bett, sie wollten später den Bus nach Auckland nehmen.
Die direkte Nähe zum Strand ist schon eine feine Sache, keine 5 Minuten bis zum Wasser zu Fuß. Die Rothesay Bay ist nur mini und danach ging es eine Straße hoch über sie nächsten Klippen und dann einen Weg vor der ersten Häuserreihe entlang. Tolle Aussicht, auch auf eine Gruppe Kayakfahrer, anscheinend die, mit denen Bruce und Allison morgens drei Mal die Woche morgens fahren.
In der nächsten Bucht lag dann auch schon der Surf und Beach Club von Bruce und eine Gruppe Leute am Strand. Sie haben eine größere Gruppe zusammen gerufen und haben dann mit ihren Paddeln Spalier gestanden. Bruce hat noch eine kleine Ansprache gehalten bevor es weiter ging. Einige von dem Club sind dann zur Arbeit losgespurtet, andere, eher die jüngeren, nochmal eine Runde aufs Wasser. Schule fängt hier ja erst später an.
Ein paar Leute sind dann noch mit gelaufen aber Bruces Familie hat sich verabschiedet. Wie sich herausgestellt hat macht Tanja anscheinend Pool Rescue also Rettungsschwimmen auch als Wettkampf und ist deswegen ab und zu in Europa, die deutschen vom DLRG sind da wohl ziemlich gut.
Unser Grüppchen hat sich dann durch Auckland bewegt und hier und dort hat sich jemand Richtung Zuhause verabschiedet bis wir nur noch zu dritt waren. Bei Devenport hat dann ein Auto neben uns gehalten, es war Bruces langjährige Kollegin, seine Krankenschwester, die ihm wohl immer Tee gemacht hat. Sie hat dann an einem Parkplatz gehalten und hat Bruce eine Thermostasse mit Tee unerreicht. Sehr cool.
Wir sind dann noch gemeinsam bis zur Fähre in Devenport gelaufen und haben uns verabschiedet. Bruce ist dann mit seiner Kollegin noch Kaffee trinken gegangen. Ich und Mark sind auf die Fähre zum Stadtzentrum gestiegen.
Wir sind dann noch ein Stück zusammen gelaufen bis zum nächsten Café, ich brauchte WLAN und etwas Zeit um den Rest des Tages zu planen, es war ca halb elf und ich hatte schon 22km hinter mir.
Auckland ist der ideale Ausgangspunkt für einen Abstecher nach Osten, nur wie ich das mache war nicht so klar. Das wollte ich herausfinden, habe mir ein paar Optionen zusammengesucht und bin dann über den Supermarkt zum Mittagessen an den Hafen gelaufen, einmal im Leben Auckland Marina musste auch mal sein… Sind zwar ein paar extra Kilometer aber damit bin ich fein.
Zurück ging es dann mit dem Bus zum Britomart, der zentralen Bahn und Bus Station.
Bis dort fährt ein Zug nach Onehue, was quasi direkt an der Mangere Bridge liegt, dem Ort an dem ich den Trail zuletzt verlassen habe. Also konnte es wieder losgehen, jetzt halt auf der Seite der Tasmanischen See und nicht mehr auf Seite des Pazifiks. Es sind rund 18km bis zum Flughafen und ich noch unentschlossen wie es weiter geht. Wild campen, ein Auto leihen, mit dem Zug weiter nach Huntly oder Hamilton? Hobbinton ist doch ziemlich ausgebucht und die Optionen dort hinzukommen werden immer geringer, je weiter man Richtung Süden kommt. Cool wäre es schon. Es gab am nächsten Tag noch zwei Uhrzeiten zu buchen 9 und 14 Uhr. Also beim Laufen nebenher noch mal die Strecken angeschaut. Irgendwie habe ich mich schwer getan bei der ganzen Entscheidung, wahrscheinlich weil es alles recht spontan, ohne gute Planung und Nachdenken über Optimierung ist. Was ich ja doch gerne mache.
Irgendwann habe ich dann den Entschluss gefasst, dass es alles nix bringt und ich jetzt einen Spot in Hobbinton buchen muss oder es wird nix. Also gut, Auto und Hobbinton gebucht und gehofft das es mit Eastcape und Raketenstart irgendwie klappt. Das Auto habe ich dann für 0:15 Abholung gebucht, da ich nicht wusste wann genau ich am Flughafen bin und für 2 oder drei Stunden noch einen Tag mehr bezahlen war mir zu doof, Abendessen musste ich ja auch noch.
Am Flughafen habe ich mir dann eine Bowl bei Mr Pita bestellt, die auch gefüllte Pita glutenfrei haben, gibt hier echt oft glutenfreie Optionen. Dann habe ich versucht ein Nickerchen zu machen, aber es gibt am ganzen Flughafen Auckland nur drei Vierersitzbänke, die ohne Armlehne und gepolstert sind, also zumindest auf der Landside ist es schwer. Im Essbereich hat eine dann einfach seine Luftmatratze aufgepumpt, hat sich auch keiner beschwert, nur das MC Donalds gepiepse hält ja keiner aus. Ich konnte doch noch eine der drei Bänke ergattern, allerdings wurden sehr oft Passagiere aus dem chinesischen Sprachraum gesucht, weil ihr Flieger komplett geboarded war, nur mal wieder einer fehlt. Bei allen anderen Flügen war es interessanterweise kein Problem..
Wenigstens habe ich geruht, zwar nicht geschlafen aber war in Ordnung, denn mein Problem waren eher die Fußballen als die Müdigkeit.. Nach mehr als 35km fange ich an die zu merken, fühlt sich dann wie das Laufen auf einer Blase im Fuss an. Keine Ahnung was das ist.
Ich habe dann das Auto abgeholt, ich hatte extra nach dem kleinsten Auto gesucht, was ich bekommen kann, Toyota Yaris, kenne ich ja noch. Bekommen habe ich einen Mitsubishi Outlander Sport, riesen Karre. Aber das gute war, dass die Straßen leer waren und ich Zeit hatte, mich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Vor allem das ständige Scheibengewische beim Abbiegen muss noch besser werden. Leider hat bei dem Auto jemand den Hebel verkehrt montiert.
Ich bin dann noch ein ganzes Stück gefahren bis ich müde war und habe mich dann an einen Lookout gestellt und bis zum morgen gepennt. Overnight stay war da explizit nicht verboten und öffentliche Toiletten sind hier ja auch an fast allen Möglichkeiten vorhanden.


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