„Nothings more real than my feelings at this moment and time“ James Reid – The Feelers
Schön gesagt und gesungen, danke.
Die Anderen auf der Campsite habe schon früh mit dem Aufstehen angefangen, so ab ca 4:30 Uhr, das war mir aber definitiv zu früh. Ich habe um ca 5:40 Uhr im Zelt langsam angefangen mit Strecken und Füsse eincremen. Ich musste ja nur mein Zelt einpacken und meinen Rucksack, danach noch in die Trail Klamotten. Die sind gewohnheitsmäßig morgens feucht, weil sie abends noch nicht trocken sind und dann draußen hängen. Wenn die mal angezogen sind, heißt es schnell los, weil es sonst kalt wird. Die Anderen waren soweit dann auch mit dem Frühstück fertig, sodass sie kurz nach mir gestartet sind, glaube ich.
Es ging dann recht steil einen Grasweg hinunter, auf dem es sich recht schlecht hat essen lassen. Aber egal. Der Weg war nicht so lang und ich stand zum Glück nach dem Frühstück an einem Fluss (einem kleinen). In den Trailnotes hieß es river bank hopping, also habe ich erst versucht, von der einen auf die andere Seite über ein paar Steine zu balancieren. Total doof und gefährlich… Natürlich habe ich beim ersten Versuch einen nassen Fuß bekommen und dachte mir dann, was soll’s einfach durch. Das war auch gut so, zwar recht kalt das Wasser, aber es waren ja immer nur kurze Stücke..
Nach ein oder zwei Kilometern kam dann eine tiefere Stelle, die mir bis übers Knie gehen würde, bisher war es nur knöcheltief. Ich habe dann erstmal meine lange Hose ausgezogen. Als ich auf der anderen Seite war, kamen die vier Mädels um die Ecke. Ich habe dann wieder etwas Abstand gewonnen, weil sie einfach langsamer laufen.
Irgendwann kam dann die Stelle an der zwei Flüsse zusammen fließen. Dort wusste ich dann nicht genau weiter, weil es so tief war, dass man schwimmen müsste. Ich bin dann, wie in der Karte, etwas flussabwärts an ein paar Felsen den Fluss entlang geklettert. Eigentlich keine gute Idee..
Nach ca der Hälfte des Wegs bis zur nächsten passierbaren Stelle hörten dann die Tritte am Felsen auf, da bin ich einfach nach oben durch den Busch geklettert und siehe da, ein Weg. War ja klar.. ich habe dann hinter mir wieder die Mädels gehört und bin den Weg dann zurück gelaufen, sie waren auch schon am klettern. Ich habe ihnen dann den Weg gewiesen.
Danach haben sie noch auf der anderen Seite etwas Pause gemacht. Ich habe mich dann den wirklich steilen Anstieg hinauf gemacht, auch wieder mit Matsch. Der Wald war da auch echt richtig schön, aber der Weg war schwierig. Angefangen mit matschigen Stellen, Stücken am Hang, die nur einen Fuß breit sind und überwuchert, umgestürzten Bäumen, kleinen Bächen, die sich tief in den lehmigen Boden gefressen haben, über die man springen muss oder einfach nur viele Wurzeln… es war sehr durchgemischt. An einer Stelle musste ich den Rucksack absetzen um unter einem Baum durch zu kommen. Trotzdem war der Wald so abwechslungsreich, das ist schon sehr fantastisch. Zwischendurch dann Kauri Wald mit diesen hochhaushohen Bäumen die „nur“ auf 1,5-3m Durchmesser kommen, also noch recht jung sind. Danach dann wieder Palmen, später Farn und dann noch Nadelgehölze und alle möglichen Mischformen. Bevor es zum Kauri Wald ging gab es noch ein Rivercrossing um die Füsse zu erfrischen und den Matsch abzuspülen. Danach ging es dann Treppenstufen aus Holz hinauf, aber wirklich hinauf zum Anfang 250hm auf 1,5km. Puh, das war ein Workout. Danach ging es dann mit mehreren Auf- und Abstiegen auf 450hm hoch.
Aber der Weg war teilweise geschottert um die Wurzel der Kauribaume zu schützen. Die letzten drei Kilometer waren dann noch auf einem 4WD Track, also ziemlich grob geschottertem Feldweg abzulaufen. Der ging zwar ständig auf und ab wie beim Intervalltraining, aber man kam vorwärts. Am Ausgang vom Wald habe ich dann Bruce getroffen, er und Amy hatten dort Mittagspause gemacht. Ich habe mir dann noch meine Flasche mit aufgefüllt und meine Wraps (glutenfrei) raus geholt, die Peanutbutter hatte ich schon in der vorderen Tasche samt Löffel parat. Also Mittagessen gemacht und dann in gemütlichem Tempo weiter, bis alles aufgegessen war. Für die gute Laune habe ich mir dann etwas Musik gegönnt um etwas mehr Schwung für das Intervalltraining zu haben. Ich hatte dann auch bald Bruce und Amy überholt.
Heute war ich als erster auf der Campsite, knapp nach mir ,als ich gerade den Rucksack vor der dortigen Hütte abgesetzt habe, sehe ich Franziska auf dem Weg laufen. Ich hätte sie die lange Einfahrt eigentlich hinter mir laufen sehen müssen. Daher habe ich sie verwundert gefragt, wo sie her kommt, sie ist das letzte Stück per Anhalter gefahren. Sie ist über eine lange Straßenumleitung außenherum gegangen um nicht durchs Wasser zu müssen, wegen ihren Blasen an den Füßen. Allerdings kann sie in ihren Schuhen nicht gut auf der Straße laufen, weswegen sie sich im nächsten Ort neue kaufen möchte. Die alten sind wohl gut für die Berge, aber mehr auch nicht.
Auf dem Campingplatz gibt es eine große Hütte mit 18 Schlafplätzen und 20 Zeltplätzen, Dusche (kalt), Toiletten und in der Hütte sogar Strom. Ohne Buchung kommt man aber nicht rein.
Ich habe mich nach dem ganzen Matsch sehr über die Dusche gefreut, besonders für die Füße und Waden ist das ein Traum.
Christina kam um einiges später an und sie sah gar nicht gut aus, ihr eines Knie macht Probleme, dabei ist sie eigentlich die fiteste von unserer Gruppe. Sie wird morgen auch ein Stück mit dem Auto fahren, ein niederländisches Pärchen vom Campingplatz nimmt sie mit.
Die Vierergruppe, Juliette, Jillian, Sarah und Anni kamen zusammen mit Kass erst recht spät an, sie hatten recht viele Pausen eingelegt und waren alle mehr oder weniger am klagen. Sie haben aber den Key für die Hütte von einer Bekannten die aber schon weiter ist. Daher konnten wir unsere Telefone nochmal laden. Es hätte auch so gereicht, aber sicher ist sicher. Sollte es auf dem Weg Empfang geben, muss ich mir keine Gedanken wegen des Akkus machen.


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