Der Morgen war feucht oder eher nass. An meinem Campspot gab es einfach sehr viel Feuchtigkeit. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es morgens nur feucht war oder evtl sogar genieselt hat. Ich habe dann langsam angefangen meine Sachen zusammen zu packen, bis zum Campingplatz war es ja nicht mehr weit, daher konnte ich es entspannt angehen und bin um kurz nach sieben los und bin auch nicht zu schnell gelaufen. Der Weg war relativ gut zu laufen, es ist ja auch ein 4WD track also mit dem Quad befahrbar, bis zu dem großen Erdrutsch. Der war nicht mehr weit von meinem Zeltplatz entfernt. Der Erdrutsch war schon gigantisch, wie viel Erdmasse sich dort bewegt hat. Ich konnte mir das selbst beim Drüberklettern nicht wirklich verbildlichen. Dort lag alles wild durcheinander gewürfelt, Bäume, Steine, Erde und Büsche. Der Weg hat sich langsam ausgetreten und kleine Bäche haben sich auch gebildet. Nach dem Erdrutsch wurde der Track etwas wilder und matschiger. Die Quadspuren wurden tiefer, oftmals so, dass der Unterboden die Mitte des Weges gerade geschoben hat.
Auf dem Weg gab es dann noch ein River Crossing, etwas breiterer Fluss und knietief mit guter Strömung. Ich habe dann die trockenen neuen Schuhe dafür mal ausgezogen, auch wenn man das eigentlich nicht machen soll. Das Wasser war schon sehr kalt, eher wie eine Kneipkur. Nach der Hälfte des Flusses habe ich dann die Füsse auch nicht mehr richtig gespürt, aber hilft ja nix. Auf der anderen Flussseite habe ich dann meine Füsse etwas getrocknet und hab die schön warmen Socken und Schuhe wieder angezogen. Ich hatte vor dem Crossing mein Telefon in einen Plastikbeutel gepackt, nur falls man doch mal fällt. Beim Rausholen habe ich festgestellt das meine Sonnenbrille weg ist, am Tag vorher habe ich schon meine kleine Wasserflasche verloren.
So ein Mist, habe ich gedacht, vielleicht ist sie auf der anderen Flussseite beim Schuhe ausziehen verloren gegangen. Also Schuhe aus und zurück, da war sie allerdings nicht. Ich bin dann barfuß über Farn und Dornengestrüpp gelaufen bis zum Weg und noch ein Stück zurück. Allerdings ohne Erfolg, vielleicht habe ich mich beim Überqueren doof bewegt und sie ist aus der Tasche gefallen. Echt ärgerlich vor allem, da die sonnigen Tage erst noch kommen. Zurück mit Schuhen an. Ca eine Stunde nach dem ersten Schuhe anziehen habe ich dann Stimmen gehört, es waren Jack und Kathi. Ich hab sie gefragt, ob sie vielleicht was gesehen haben, aber auch sie konnten mir nicht helfen. Sie sind dann vorgelaufen bis ich meinen Rucksack an hatte. Der Weg wurde dann etwas steiler und schwieriger zu laufen. Da habe ich sie dann irgendwann überholt, da Kathi eher langsamer läuft.
Der Weg wurde immer schlechter und tiefer ausgefahren mit immer größer werdenden Matschflächen. Aber es gab immer einen Weg sich um die großen Matschpfützen herum zu bewegen. Es ist auch ein schöner Wald mit abwechslungsreichem Bewuchs. Nach dem Wald ging es auf eine Zugangsstraße zu einem Outdoor Education Center, da war nicht viel los und dementsprechend entspannt zu laufen bis zum Highway. Auf der wenig befahrenen Straße habe ich mir dann für das Mittagessen einen Platz mit Aussicht gesucht, da haben mich dann Jack und Kathi wieder eingeholt. Nach dem Wald hatte ich auch Empfang und habe versucht den Kanuverleiher zu kontaktieren ob er das Essen doch heute liefern kann, dann hätte ich meinen Plan umgedreht. Aber er hatte nur gesagt, dass er in 10 Minuten zurück ruft. So wie alle Wege in Neuseeland nur 10 Minuten weg sind. Ich bin alse dem ursprünglichen Plan bis zum Campingplatz gefolgt. An der Kreuzung zum Highway habe die anderen beiden dann wieder getroffen und eine Frau namens Anika, ich hatte sie nur einmal in Tauramanui kurz gesehen. Sie ist allerdings rechts abgebogen, ich links zum Tongarioro Holiday Park. Als ich dort ankam waren Jack und Kathi schon da, sie warteten auf Anthony und ich dann auf eine Antwort vom Kanumann. Nach anderthalb Stunden auf der Porch vor dem Büro mit Eis und Limo habe ich dann eine Campsite gebucht, dann mache ich eben das Crossing egal bei welchem Wetter.
Abends kam dann auch die Gruppe, mit der ich schon zwischendurch gelaufen bin, dort an. Sie sind die 42 Traverse in einem Tag von Owhango gelaufen. Gut machbar, aber ein langer Tag. Das hatte nicht zu meinen Übernachtungen gepasst. Das gute daran war, dass Steves Eltern auch mit dem RV dort waren und wir abends nach dem Abendessen beim Sonnenuntergang noch zusammen die Pläne für den nächsten Tag durchgegangen sind. Sie wollten früh los und wie ich zum Whakapapa Holiday Park. Sie haben mir dann angeboten, dass ich alles, was ich für das Crossing nicht brauche im Wohnmobil zwischenlagern kann. Super, komme ich auch noch in den Slackpacking Genuss. Nur leider hat meine Isomatte immer noch ein Loch und ich muss diese mehrfach in der Nacht aufpusten.
Nach der Gruppe kamen auch noch Kass und ein Mädel an, das ich noch nicht kannte, aber kannte Kass sie. Sie heißt Erna, auch aus Deutschland. Sie will mit Kass das Crossing aber nicht Richtung Whakapapa machen sondern auf den Northern Circuit abbiegen, also vor dem Schicksalsberg wieder runter.

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