Ich bin heute morgen mal recht früh wach, leider sind die Klamotten, die ich gestern noch gewaschen habe, nicht trocken geworden. Aber ich bin sehr froh, es gemacht zu haben, da kam so viel dreckige Brühe raus. Obwohl ich die ja vor ein paar Tagen in einer Waschmaschine hatte. Ich habe dann noch versucht, den Empfang zu nutzen um die nächsten Schritte zu planen. Da ist mir aufgefallen, dass ich die drei Hütten auf dem Round the Mountain nicht buchen kann. Entweder kauft man im Ort, der hinter mir liegt, ein Ticket oder man hat einen Backcountry Hut pass. Dann ist halt „first come first serve“ angesagt. Da war ich dann etwas genervt. Das ganze System mit den Buchungen von Hütten und Campsites wurde wohl dieses Jahr verändert. Was ein Krampf, der mich dann den halben Vormittag geärgert hat. Aber erstmal musste ich ja zusammenpacken und loskommen, das hat, da ich Platz zum Ausbreiten und Herumprobieren hatte, etwas länger gedauert. Auch habe ich mit einer tollen Aussicht auf grüne Hügel gemütlich draußen gefrühstückt während sie Sonne über den Berg kam. Das hat mir schon gut gefallen. Ich bin dann los gelaufen, es ging auf einer ruhigen gravel road ja nur bis zum nächsten Ort ca. 18km, dort ist der Kanuverleih. Auf dem Weg habe ich meinem Frust über die Hüttenbuchungen dann nochmal beim Volunteer, der die Chats der Starter Monate betreut, Luft gemacht. Bei der Registrierung für den TA, wenn man alles läuft, muss man einen Trailpass kaufen. Das hat mich schon damals genervt. Ich wollte den Backcountry Hut Pass und den Campsite Pass kaufen, auch wenn beides zusammen etwas teurer ist, aber dann hätte ich wenigstens Ruhe und muss mir keinen Kopf machen, wenn ich außerhalb der TA Route unterwegs bin. Ich wollte damals fürs Visum den ganzen Trail gebucht haben, damit es da weniger zu erklären gibt. Hat auch gut funktioniert, weil mein Visum schnell durch war und ich den Flug buchen konnte. Andere haben mehrere Wochen gewartet, wie ich gehört habe.
Naja, nach etwas Diskussion über eine Schaltfläche in der Buchungswebsite hat sich dann herausgestellt, dass der Trail Pass den Backcountry Hut pass beinhaltet, nur aber zeitlich begrenzt auf ein halbes Jahr. Das war schon Mal positiv, also funktioniert das. Jetzt muss ich nur noch hoffen, dass ich genug Essen habe. Als ich an dem Kanuverleih ankam, hat sich herausgestellt, dass es mal ein Hotel war, ein riesen Laden. Dort hab ich dann jemanden getroffen, der mir meine Essens Kisten gegeben hat und ich habe angefangen auf einem grossen Tisch alles auszubreiten und nach Versorgungsstopp zu ordnen. Meine Frühstücks-Müsli-Mischung habe ich auch vorbereitet. Nach dem ganzen Aufteilen denke ich, es ist zu wenig. Zumindest das Mittagessen wird nur klein ausfallen. Naja, ich komme noch an einem kleinen Laden vorbei, aber dann muss ich das Essen halt zwei Tage schleppen. Das wird dann wohl so sein.
Zumindest liefern sie mir jetzt ein Essenspacket zum Campingplatz, das heißt ich kann mit leichtem Gepäck den Tongariro besteigen, also zumindest was das Essen angeht. Ich habe dann dort noch ein Ginger Beer (Limo) bekommen. Wenn ich schon nicht genug zu essen habe, dann nehme ich die Kalorien noch mit 😉 Zwischenzeitlich war noch ein Belgier, wie ich, an dem Tisch mit Zusammensortieren beschäftigt. Als ich seine Essensberge gesehen habe, hatte ich etwas Angst, was übersehen zu haben, aber er hat für sich und seine Partnerin eingekauft, die später kommt. Bevor ich los bin hat mir der nette Mann von dem Laden noch ein Loch in meinen neuen Laufstock gebohrt damit ich meine Schraube, die ich gefunden habe, reinschrauben kann, in der Hoffnung etwas mehr Gripp auf feuchtem Erdboden zu bekommen.
Am Ende des kleinen Örtchens bevor es in den Wald ging stand ein Schild „TA walkers rest“. Sie haben vor ihrem Tor zum Garten zwei Stühle mit Sonnenschirm und einen Kanister Wasser hingestellt. Dazu noch eine kleine Lade Patches und Buttons und es gab dann noch ein kleines Buch und ein Glas mit Süßigkeiten, von denen man sich nehmen konnte. In dem Buch hatte sich am gleichen Tag auch Chanell eingetragen. Der Belgier beim Kanuverleih erzählte was von einer Frau aus Kanada, die heute die ganze Strecke durch die 42 Traverse laufen wollte. Da dachte ich mir schon, das kann nur Chanell gewesen sein und ja sie war es. Ich denke, sie ist aber am morgen dort vorbei gekommen. Sie ist also einen Tag vor mir. Lustig, wenn man in diesem kleinen Büchlein sieht, wann die Leute, die man kennt, da waren.
Der Weg durch die 42 Traverse ist wie ein deutscher Feldweg also 4WD tauglich und recht angenehm zu gehen auch wenn es hoch und runter geht. Als die Sonne dann tief stand habe ich angefangen nach Schlafplätzen Ausschau zu halten. Ich hatte zwar einen Tipp mit km Angabe bekommen, aber das war mir zu steinig und direkt am Bach, also sehr feuchter Untergrund. Ich bin dann noch weiter bis ich ca 35km gelaufen war, dort haben sie wohl beim Weganlegen mal Material zur Seite geschoben. Das ist verhältnismäßig eben und 30m weiter ist ein kleiner Bach. Also perfekt gelegen, auch wenn das Zelt da nur schwer hinpasst. Beim Abendessen kochen kamen noch zwei Männer auf einem Quad vorbei, sie haben aber nur gegrüßt und sind weiter, sie hatten einen Hund dabei, ich denke sie gehen jagen. Ich höre jetzt in der Entfernung zumindest ständig Motorengeräusche. Theoretisch soll der Weg, auf dem ich bin, eine Sackgasse sein, weil es hier einen Erdrutsch gab. Es ist zwar wieder ein Weg hergestellt aber der Boden ist wohl noch nicht fest genug für Fahrzeuge. Das muss den Kiwi aber ja nicht unbedingt abhalten. Mal schauen ob sie nochmal vorbei kommen, wenn ich im Zelt liege. Haha und wie ich das tippe wird das Motorengeräusch lauter.
Ich werde noch ein bisschen dehnen und die Beine massieren, zwei lange Tage merke ich dann doch in den Oberschenkeln.


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