Te Kuiti to Campsite at 910

Der Morgen war dann etwas langsam, aber eigentlich nicht so spät. Leider hatte es wieder etwas geregnet und das Zelt war nass, aber ich konnte ja zum Glück meine Sachen in der Garage packen. Außer uns dreien, die gemeinsam angekommen sind, waren noch ein Moritz dort, ein junger Deutscher, der irgendwie eine Mitfahrgelegenheit zum Timber Trail bekommen hat und bei Zeiten weg musste. Dann war da noch Anthony, der läuft auch den TA und war irgendwie per Anhalter nach Te Kuiti gekommen.
Ich war eigentlich schon so beim Aufbrechen als wir mit frischen Pancakes überrascht wurden. Das war schon cool, ich musste mit mir ringen, ob ich trotz Mehl welche essen sollte. Nachdem die anderen die dann aber so gelobt hatten, habe ich mir auch noch welche gegönnt. Sie waren echt gut mit gesalzener Butter und selbstgemachter Pflaumenmarmelade. Lecker.

Der Start fiel dann schwer und es wurde auch spät. Ich bin dann erst gegen neun losgekommen. Die erste Überraschung war dann, dass der Weg gesperrt ist.. Humpf, es gab auf der Karte noch einen anderen Weg, der gehen könnte also bin ich umgedreht. Der Weg führte allerdings in ein Zementwerk, in dem auch sonntags gearbeitet wird, zumindest etwas. Sebastian war mir dann gefolgt, allerdings war in die Richtung des Weges alles eingezäunt. Zum Glück kam noch ein Mann mit einem ATV, der uns dann ein Tor zum Weg hinter der Sperrung aufgeschlossen hat.
Dann ging es über eine Brücke ins kniehohe nasse Gras. Der Weg ging dann am Fluss entlang und hat sich immer etwas hoch und runter an der Seite bewegt. Leider war es noch sehr feucht und der Weg war sehr anspruchsvoll zu laufen. Ein zügiges Vorankommen war also nicht drin, der Wald und der Fluss an sich waren aber super schön. Das Gute war auch, dass, wenn die Schuhe voller Matsch sind, man eben mal in den Fluss steigen kann um die Füße abzuspülen und zu erfrischen. Meine Schuhe haben leider schon ein paar große Löcher, sodass der Matsch auch gleich bis in die Socken kommt. Das ist etwas ätzend. Sind nur noch 120km bis zu den neuen 😉
Unterwegs gab es nochmal etwas Trail Magic, also fast, es stand da ein Eimer in dem normalen kleine Getränke drinnen sind. Leider war er gerade leer, aber man kann dort auch Müll abgeben, was ja auch immer ein Problem ist, weil es oft keine öffentlichen Mülleimer gibt und man dann tagelang den Müll rumschleppt. Es gab dort ein kleines Buch, in das man sich eintragen kann, einige der Leute, die ich getroffen habe, sind hier schon vorbei gekommen. Immer interessant zu sehen wie weit die anderen weg sind.
Später bin ich dann nochmal ausgerutscht, aber glücklicherweise diesmal nicht auf dem Wanderstock gelandet, aber es war knapp. Ich bin seitlich weggerutscht und dort ging es auch noch etwas den Hang hinunter. Die Stelle war gerade frisch breiter gegraben worden und es gab an der Seite noch keinen Bewuchs. Danach war ich erstmal etwas angefressen vom Lehm, Matsch und den vielen schwierigen Tritten. Aber auch von mir, dass ich gedacht habe, dass es einfacher zu laufen wird, aber hey das ist der TA, der ist halt nicht mit einem europäischen Wanderweg vergleichbar.
Auch dieser Weg sollte nach über 7 Stunden ein Ende finden. Ich war gut erledigt und pitschnass als ich an der Campsite ankam, da es 2km vorher angefangen hatte zu schiffen. Ich hatte zwar vor, mein Shirt zu waschen, aber ich wollte es auch trocknen, was bei der Luftfeuchtigkeit nix wird.
Die Campsite ist eine Farmwiese mit einer kleinen Feldscheuer, die zu einer Seite gegen ist. Drinnen gab es einen Picknicktisch und eine Spule mit Wasser aus einer Quelle. Die anderen hatten es vor mir noch ins Trockene geschafft und ihr Zelt ohne Regen aufgebaut.
Nur von dem holländischen Paar wusste ich, dass die noch kommen, weil ich sie überholt habe.
Danach kamen aber noch eine ganze Reihe anderer Hiker: Kathi und Jack, die ich ja schon von The Village nach Hamilton kannte, Anthony, den ich am Morgen bei den Trail Angels kennengelernt hatte, kennt sie auch. Dann kamen noch zwei Kiwi Jungs die versuchen Strecke zu machen und bis Ende Januar frei haben. Sie wollen bis km 2400 kommen bevor sie wieder zur Schule müssen. Das ist echt mal eine Ansage, aber sie sind noch jung.
Der Abend war noch recht verregnet, Essen kochen war auch nur nacheinander möglich, weil gar nicht alle an den Tisch gepasst haben.


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