Am nächsten Morgen war ich zwar ganz gut in der Zeit, aber ich hatte eine Maus im Rucksack zu Besuch, obwohl mein Essen auf dem Picknicktisch unter dem Dach stand. Also musste ich alles ausgeräumt um die Köttel aus dem Rucksack zu bekommen. Als ich mit allem fertig war und meinen doch etwas kleineren Rest Frühstück gegessen hatte, sind wir gemeinsam Richtung Puhoi gestartet, als uns der Betreuer der Campsite entgegen kam, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist und wie viele Leute hier übernachten haben. Sein Auto hat als Nummernschild ‚Araroa‘ drüber ein ‚Te‘ und drunter einen Aufdruck ‚The Long Pathway‘, sehr cool. Wir haben dieses einzigartige Nummernschild sehen dürfen. Bis Puhoi sind es nur 6km und auf dem Weg sind wir an der Puhoi Valley Molkerei vorbei gekommen. Am Ortsrand lag der Tearoom, in dem Amy, Kass und Lena saßen, als wir am Tor vorbei gekommen sind. Sie haben alle vom guten Essen geschwärmt, aber die angepriesene Hot Shower war wohl draußen und nicht hot und nur ein schlecht zusammenngebastelter Gartenschlauch mit undichtem Duschkopf. Naja, jeder war in einem anderen Stadium des Zusammenpackens. Wir sind dann weiter Richtung Café im Ort, damit die nicht alle gleichzeitig Kaffee bestellen. Das Café mit Mini Supermarkt war sehr hübsch und sie bereiten auch einige Sachen selber frisch zu. Also Kaffee und zweites Frühstück gegessen und danach noch was fürs Mittagessen besorgt, ich würde ja erst am Abend in den nächsten Ort kommen. Am Fenster klebte ein Banner mit der Aufschrift Lothlorien mit einem Baum als Logo, ob wohl Elben zugegen sind? Es sagte auch was von Feijoa wine. Na, das hat ja in doppelter Hinsicht mein Interesse geweckt, aber erst nach dem zweiten Frühstück 😉
Es handelt sich um Cider mit Feijoa, zum Glück gab es Piccolofläschchen, zwar Glas und schwer aber es ging ja mit dem Kajak weiter. Liz ist gelaufen, weil sie das Geld nicht ausgeben wollte, aber der Rest ist mit dem Kajak gefahren. Mark, der Kanadier, der mir zuerst in Waipu begegnet ist, ist dann auch aufgetaucht.
Beim Kajakverleih gab es dann eine kleine Einweisung. Amy war etwas nervös, weil sie noch nie Kajak gefahren ist. Das war ihr Testlauf bevor es dann später für mehrere Tag auf den Wanganui river geht. Anfangs ist es ein kleiner Fluss, noch etwas schmaler wie die Lahn, also sehr entspannt aber etwas mockig braun. Irgendwann haben wir dann auch einen Schafkadaver im Wasser treiben sehen… Lecker. Hier also besser nicht reinfallen. Der Fluss weitet sich dann im Verlauf auf und es drückt das Meerwasser hinein. Nach ca 1/3 der Strecke gab es dann wieder Mangroven. Mark und Kass sind da dann mal abgebogen. Der Rest ist weiter, die spannende Stelle der Fahrt ist ein langes recht gerades breites Stück. Hier hat der Wind eine tolle fetch und es hat gut gewindet, also war auch entsprechend Wellengang. Tolle Sache, ich bin da erstmal auf die Mitte der Rinne zugesteuert, während die Anderen eher Schutz zwischen den Mangroven gesucht haben. Mit dem Gegenwind war paddeln dann auch etwas anstrengender. Mal eine gute Abwechslung zum Beintraining.
Nach dem Wind- und Wellenspaß war der Verleiher noch nicht an der Bucht um die Kajaks einzusammeln, da bin ich nochmal etwas die Landzunge vor Richtung Mündung ins Meer gepaddelt.
Nach uns sind wohl noch andere TA Hiker gestartet, die ich aber vorher noch nicht gesehen hatte. Es stellte sich heraus, dass es Kerry und Grant sind, sie hatten schon auf dem Hut unterschrieben 🙁
Ich habe dann im Park mein Mittagessen gefuttert bevor es über einen kleinen Hügel Richtung coastal walk gehen sollte. Da die Flut ja noch am ablaufen war, ist es nicht schlimm hier langsam zu machen, denn dann ist es später am Strand einfacher zu laufen. Aber auch hier sind einige wieder losgespurtet und ich habe mich dann ganz gemütlich auf den Weg gemacht. Der Hügel war natürlich steiler und matschiger als erwartet und in der Mitte war ein Schild, dass der Track eigentlich wegen der schlechten Wegqualität geschlossen ist… Aber für TA Hiker ist das wohl trotzdem OK. Noch ein kleines Örtchen bevor es dann ans Wasser geht. Hier saßen Kerry und Grant vor einer Dairy und am Strand bin ich dann auf Lis gestoßen, die wohl noch gewartet hat, dass es weniger Wasser wird. Mark war wohl schon durch, aber sie hat sich gefreut, dass Kerry und Grant aufgetaucht sind, weil die beiden aus ihrer Startergruppe sind.
Ich bin dann mit Lis los, die anderen beiden waren dann auch schon da. Beim Klettern über die Felsen haben wir dann die beiden Kiwis verloren. Aber Lis und ich hatten an dem Tag einen ziemlich ähnlichen Pace.
In Orewa sind wir dann auf Amy und Liz gestoßen, die Kiwis hatten wir verloren nachdem sie den Weg über die Klippen genommen und uns noch zugewunken haben, wir sind aber am Wasser unten herum.
In Orewa hieß es erstmal einkaufen und dann herausfinden, welcher der beiden Campingplätze der günstigere ist. Der Campingplatz direkt am Strand, an dem der TA lang geht, wird vom City Council betrieben und hat ein TA Hiker Angebot.
Also den ersten Campingplatz genommen, bei dem Wind vom Meer habe ich das Zelt mal richtig abgespannt. Der Wind war eine super Einladung zum Waschen. Vor Allem, da der Campingplatz auch Handwaschbecken und Waschmittel hatte.
Wäscheleine habe ich dann hinterm Zelt in den Bäumen gespannt. Ich hatte mir beim Einkaufen was von der heißen Theke mitgenommen, die Sachen sahen gut aus und ausprobieren wollte ich die auch mal. Es gab ein Stück Schinken mit Kruste und einen griechischen Salat, beides sehr gut.
Lena hatte dann gefragt, ob wir nicht auf ein Getränk in eine Bar gehen würden.
Also dann, ab auf die Suche. Wir sind bis zum Ende der Meile gelaufen und dann in den letzten Laden vor dem Ende. Die Bars haben alle keinen Charme, daher einfach die letzte genommen. Der Barkeeper hat sich dann mit was zu essen neben uns gesetzt nachdem wir unsere Getränk hatten. Das sah doch ziemlich gut aus, eine Mischung von allem aus der Küche. So leider nicht zu bestellen, aber die Tintenfischringe waren sehr verlockend und so ein kleines Hüngerchen war dann doch noch da. Wir haben dann eine Portion zum Teilen bestellt. Die Tintenfischringe waren richtig gut, lecker. Inzwischen ist dann auch Lis eingetroffen samt Kerry und Grant, den beiden Kiwis.
Wir haben dann noch ein zweites Getränk geholt, Kellner gibt es hier nicht wirklich, man holt sich sein Getränk an der Bar.
Mit den beiden Kiwis war es echt lustig, Grant hat nur einen Satz Klamotten und ein Tarp, er kommt aus Wellington und will den Trail ganz laufen. Kerry kommt aus Hamilton und läuft nur solange er Urlaub hat und macht dann nächstes Jahr wahrscheinlich weiter. Grant hat auf dem Trail zwar wenig Gepäck dabei dafür hat er Trail Tiramisu gemacht, zwar ohne Mascarpone aber dafür mit irgendeinem Milchpulverzeug irgendeine Cream angerührt, soll aber super lecker gewesen sein. Schon witzig, kein Komfort aber lecker essen sind seine Devise.
Ja, lecker essen ist so eine Sache, der Hikerhunger hat mich an dem Tag echt gepackt, ich habe noch eine Portion Nachos mit Hackfleisch und Käse bestellt, danach war es dann OK.

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