Heute morgen erstmal in der schönen Küche von The Farm gefrühstückt, einen Tee getrunken und in aller Ruhe zusammengepackt. Gegen Viertel vor acht ging die Reise auf der geteerten Straße los, also nicht groß Abwechslung, was den Untergrund anging, für die ersten ca 18km. Ein paar kleinere Anstieg und die Sonne, die irgendwann einfach angefangen hat, Wasser aus meinen Poren zu drücken. Erstmal Kopfhörer rein, Musik an und dann regelmäßig Wasser nachgießen. Bei dem Durchfluss habe ich dann erstmal ein paar Elektrolyte beigemischt. Nachdem die zweite Falsche leer war, habe ich mir langsam Gedanken über meine Wasserreserven gemacht, denn ca 900ml hatte ich da noch in meinem Squueze Beutel. Aber ich war doch auch schon recht weit gekommen und hinter der nächsten Kurve tauchte er auf, ein Bach, recht sauber, nicht so wie die Rinsale, die zuvor aus den Kuhweiden kamen. Er kam anscheinend aus einem Wald geflossen auf eine Nähe gelegene Koppel zu, also vorher noch die Böschung runter gekraxelt und meine Flaschen aufgefüllt und mich auch. Ohne es wirklich auf dem Schirm zu haben, war das die Weide der letzten Farm vor der Abzweigung Richtung Helena Bay. Ich wollte eigentlich Richtung des kleinen Örtchens Teal Bay weiter laufen um dort Wasser zu suchen, aber es gibt dort anscheinend keine Einkaufsmöglichkeiten und Wasser hatte ich ja jetzt. Da es ziemlich steil hinauf ging, auch mit Serpentine und ich oben abzweigen musste, habe ich mich dann dazu entschieden, mich am Anfang vom nächsten Track einfach ins Gras unter einen Manukau Busch zu legen und dort Mittagspause zu machen. Echt schön, vor allem, da ein paar Wolken aufgezogen waren und es nicht mehr so runter brannte.
Das Wiederaufstehen und Weiterlaufen war dann schwer, deswegen mag ich so längere Mittagspausen nicht. Dafür ging es ja jetzt auf einen schmalen Pfad durch einen Wald.. Erst etwas um den Hügel rum und wie sollte es anders sein, dann steil hinauf. Auf dem Weg zum Aufstieg waren ein paar dunkler Wolken zu sehen, aber ich hatte ja erstmal 9,5km im Wald. Das war auch wieder sehr schön. Die Anstiege waren teilweise anstrengend, aber dazwischen gab es gut ausgebaute Stücke, doch das meiste ist trotzdem durch den Wald über Wurzeln gegangen. Irgendwann hat es wohl etwas geregnet, davon kam bei mir aber nichts an, nur die Luftfeuchtigkeit wurde irgendwann so hoch, dass die Brille beschlagen war. Das ließ sich auch nicht ändern bis ich aus dem Wald raus war.
Leider haben Farne die dumme Angewohnheit wie eine Dusche zu funktionieren, wenn sie mal nass sind und man gegen sie stößt. Also im Wald dicht mit Farnen bewachsen war ich dann auch ohne direkten Regen nass. Nach dem Wald ging es über ein paar Wiesen mit knöchelhohem Grass bis zur Campsite. Dank des Grases waren die Schuhe sauber als ich bei der Reinigungsstation, wegen dem Kauribdieback, auf dem Berg angekommen war. Natürlich waren die Füsse auch nass.
In meinem Kopf hatte sich die Idee breit gemacht, dass sollt ich nach dem Wald noch fit sein, ich vielleicht noch bis Whananki laufen könnte. Das wollte ich auf dem Zeltplatz entscheiden. Dort angekommen habe ich einen genauen Blick in die Karte geworfen und kam auf 25km, mein Garmin hatte für heute schon 25km getracked. Also Zelt aufstellen und hoffentlich die nassen Sachen noch etwas in der Nachmittagssonne trocknen.
Der Tag hätte so schön sein können, inzwischen ist zwar Channel hier angekommen, aber kurze Zeit später habe ich eine Nachricht von Christina bekommen, die in Helena Bay bei den Trail Angeles ist, dass der nächste Straßenabschnitt 2km von mir entfernt morgen geschlossen ist wegen einer Rally von 5-16Uhr. So ein Mist. Also müssen die Pläne neu geschmiedet werden… Mal schauen was kommt.
Einige Stunden später… Das Stück was gesperrt ist nachts laufen ist wahrscheinlich eine Erfahrung, aber das Risiko nicht wert. Also lieber warten bis die Strecke wieder frei ist. Zwischendurch ist die Strecke mal für den Verkehr geöffnet, vielleicht kann man da schon ein paar Kilometer machen. Mal schauen was kommt. Der Bruder vom Farmer war zwischendurch mal da um zu schauen ob noch genug Wasser da ist. Er ist die Südinsel letztes Jahr gelaufen und freut sich immer, wenn er mit ein paar TA Hikerin schnacken kann. Seine Nichten verkaufen Eier in einer kleinen Box neben dem Wassertank. Ich musste an Johanna und Charlotte denken, was sie immer für einen Spaß haben, wenn sie im Hofladen helfen und dann ein paar Euros Trinkgeld verdienen. Vielleicht kaufe ich morgen noch ein paar Eier..

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