Der Sonnenaufgang ist erst nach sechs und dann hing da noch eine Wolke davor, also nix mit Trocknen von irgendwas. Also Busch suchen, Frühstück einpacken und ganz zum Schluss in die matschigen, kalten Sachen vom Vortag…Dann aber los, saukalt. Die vier, die vor uns da waren, sind schon gegen sechs aufgebrochen, vor mir eine aus unserer Gruppe und die anderen beiden sind dann etwas später los. Nach einer guten halben- bis dreiviertel Stunde hatte ich dann das Mädel vor mir eingeholt. Wir sind dann gemeinsam weiter, immer abwechselnd der eine oder die andere vorne. Das war super, da man sehen konnte, was als Tritt funktioniert und wo man abrutscht. So blieben die Füsse einigermaßen OK. Nicht matschdurchströmt, aber auch nicht trocken. Es ging dann hauptsächlich runter, aber zwischendurch auch nochmal steil hoch. Der Weg war sehr unterschiedlich matschig. Manchmal konnte man sogar mehr als 30m gehen ohne Matsch. Der Rest war wirklich sehr anspruchsvoll zu laufen und klettern – wir haben heute viele Bäume umarmt.
Die ersten sechs Kilometer haben dann auch lange gedauert. Im Schnitt haben wir ca 1,5km/h geschafft, nicht schlecht.
Irgendwann gab es ein paar längere Stücke mit Grass. Wir hatten da aber schon vorher beschlossen keine Mittagspause einzulegen sondern nur mit Snacks zu laufen, um nicht zu spät dort raus zu kommen. Wir wussten ja nicht, was uns noch erwartet.
Irgendwann hatte ich eine kleine Toi Pause eingelegt und das Mädel, das mit mir unterwegs war, ist weiter. Der Matsch war da schon nicht mehr so verwurzelt, dafür tiefer und rutschiger mit Passagen die sehr steil waren. Mit Langlaufski hätte man da einfach runter rutschen können. Unglaublich.
Am frühen Nachmittag habe ich dann Stimmen gehört, nicht nur in meinem Kopf. Auf einem Grasshügel waren die vier Mädels vom Berg zu sehen. Das war wohl das Ende des Waldes, an dem sie Picknick gemacht haben und da war auch das Mädel, das mit mir die meiste Zeit gelaufen ist. Wir mussten jetzt nur noch etwas über eine grosse Weide bis zur Farm und dann noch 1,5 Kilometer über die Straße bis zur Campsite. Puh. Der Matsch war geschafft. Nur die ganzen Kuhspuren haben uns auf die falsche Fährte gelockt bis wir zwischen dichten Büschem eingekesselt waren. Also etwas zurück und per Telefon zum Weg zurück navigiert. Im Wald war es ja klar, da gab es nur einen Weg mit Markern und an den Abzweigungen standen Schilder. Wir haben dann auf der Weide auch zurück zu unseren Markern gefunden.
Am Campingplatz sind die anderen vier erstmal zum Bach um sich zu waschen. Eine hat sich samt Schuhen und Hose einfach rein gesetzt, das hat es wirklich nur besser gemacht. Sie ist offensichtlich auf dem Weg mehrfach ausgerutscht. Aber sie war der erste andere Mensch mit einem Aarn Pack.
Die vier wollten noch weiter zur nächsten Dairy, die noch bis 17Uhr auf hat, weil sie nicht mehr genug Essen für die nächste Etappe hatten. Es war also ca. 15:30Uhr als sie den Weg antreten wollten. Der Besitzer der privaten Campsite kam noch kurz vorbei, er hatte dann noch erwähnt, dass der Highway auf dem sie per Anhalter zu Dairy fahren wollten wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Also entweder 8km in unter 1:15 laufen oder hoffen, dass noch ein paar nette Bauarbeiter unterwegs sind. Vielleicht erfahre ich morgen mehr, wenn wir uns auf der nächsten Campsite treffen…
Bei mir war dann auch Schuhe und Socken schrubben angesagt bis die Sandflies wieder nackte Haut gesehen und gleich etwas Blut gefordert haben. Dann schnell etwas Langes drüber, Essen kochen und Zelt aufbauen zum trocknen lassen. Zum Glück haben wir etwas Sonne am Nachmittag. Die Schuhe werden trotzdem nicht trocken bis morgen.
Es kamen dann der ältere Kiwi und die Amerikanerin, die wir auf dem Weg hoch ja schon getroffen hatten, an. Beide auch ziemlich fertig und matschig. Die Amerikanerin ist schon den PCT gelaufen und meinte so einen anstrengenden Tag hatte sie noch nicht. Good Job TA.
Danach kamen dann auch die beiden anderen Mädels, mit denen ich vom Sanctuary gestartet bin, an.

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