The Bluff to Hukatere Lodge

Heute bin ich kurz vor sechs aufgewacht, weil ich Mal wohin musste, also in die Dünen. Draussen habe ich dann den Kiwi-Hiker beim Wasserfiltern getroffen. Er ist wohl auch früh wach gewesen und sei ein eher langsamerer Läufer, daher mache er sich dann schon gegen 6 auf den Weg. Ich habe mir dann erstmal ein stilles Örtchen in den Dünen gesucht, da die Toiletten unpässlich waren. Danach war normales Morgenprogramm angesagt, wobei ich doch etwas verplant dabei war. Naja, die anderen waren alle später wach und früher weg.. bis auf die Engländerinnen. Ich war dann gerade noch am Wasserfiltern als Mel an mir vorbei ist, da hat es angefangen zu schütten. Also bin ich nochmal in die Schutzhütte um den Regen abzuwarten. 🙂 Zumindest hab ich damit keine nassen Füße beim Start. Regen in NZ ist einfach anders, das kommt immer in großen Tropfen. Wenn es sich anhört wie bei uns Hagel, dann ist das hier nur ein normaler Schauer.
Danach fing das Gelaufe am Strand wieder an, wieder viele Autos, rechts das Brausen der wilden Wellen, links die Dünen, unten Sand, hinten Wind und oben die Sonne, die brennt. Trotz Hut, regelmäßigen (jetzt mit timer) Einschmieren und mit Kapuze, bekomme ich den Sonnenbrand nicht weg.
Ich habe dann mal probiert so viel wie möglich beim Laufen zu machen, Frühstück, Abspülen, Zähneputzen (Wind von hinten ist toll), Eincremen. So bin ich dann erstmal gelaufen, konnte über ein paar kleine Bäche hüpfen und hatte bestimmt zwei Stunden lang trockene Füße. Worüber man sich eben so freut. Ich hatte dann morgens schon meine Regenjacke und eine Unterhose zum Trocknen auf den Rucksack gepackt. Weil der Regen an den Wolken, die vom Meer Recht dunkel daher geweht wurden, abzusehen war, habe ich also bei den ersten Tropfen blitzschnell den Rucksack abgesetzt, meine Regenjacke angezogen, die Unterhose verstaut und meinen halben Rucksack mit Sand paniert. Aber es sollte ja eh gleich regnen, dummerweise nur von einer Seite, also rechts. Die linke Hälfte von mir bleibt tatsächlich fast trocken. Ich habe dann erstmal ein Foto von meinen halb trockenen Beinen gemacht nach dem Regen.
Danach war einfach Weiterlaufen angesagt. Kilometer für Kilometer. Ich habe dann den Möwen ein paar Geschichten erzählt und vorbei fahrenden Autos gewunken. Das war dann quasi auch die Tagesbeschäftigung, noch ein paar Fotos, essen, kurz in die Dünen und weiter… lief ganz gut, nur irgendwann war da wieder so ein leichtes Brennen unter der Fußsohle. Aber Fuß auspacken war auch nicht wirklich möglich ohne alles noch schlimmer zu panieren mit Sand. Der Wind war einfach zu stark, klar, nett von hinten geschoben zu werden, aber wenn dann doch mal eine Böe von der Seite kommt, muss man aufpassen, nicht zu stolpern oder dass es einem die Wanderstöcke zwischen die Beine weht.
Irgendwann kam dann eine Einfahrt zum Strand. Das musste der Weg zur nächsten Campsite sein, leider ging es noch gut einen halben Kilometer über einen Schotterweg mit spitzen Steinen, das hat den Füssen gar nicht gefallen…. Dafür war die Campsite/Lodge dann aber echt sehr hübsch. Der Kiwi war schon da und hatte die Besitzerin angerufen zum Einchecken. Ich habe dann erstmal meine Füße ausgepackt und siehe da eine Blase unter dem rechten Fuß. Ich habe dann meine Socken inspiziert. Es hatte sich wohl im Laufe der Zeit die Unterseite der Socken verfilzt und es hat sich Sand darin angesammelt. Das war dann ein brettharter Klumpen der unter dem Fuß scheuert.
Die Socken haben sich also zum laufen disqualifiziert.
Der Nachmittag ging dann bei allen für Schadensaufnahme, Stretching, Zeltaufbauen, Duschen, Wäsche waschen und Essen kochen drauf. Der Hiker konnte schon früh essen und manche auch viel. Wenn sich ein 1,6m Mädel alleine eine 500g Packung Pasta kocht… Dann gibt es auch noch einen kleinen Rest zum Frühstück und der Spruch: „With Pasta you walk faster“ hat seine Berechtigung…
Das Zelt aufzubauen war wegen des Winds schon eine Herausforderung. Der kleine Hügel hat nicht wirklich geholfen, auch wenn die Besitzerin das wohl gerne ihren Gästen erzählt. Vor dem Schlafengehen hatte ich das Zelt extra wieder etwas höher gestellt um wegen der Kondensation im Zelt mehr Luft zu haben, weil der Wind nachgelassen hat.
In der Nacht war es dann allerdings sternenklar und sackkalt. Als ich von der Toilette wieder kam, war ich echt durchgefroren.. also Schlafsack bis oben hin zu und versuchen zu schlafen. Hatte ich erwähnt das auf dem ganzen Campingplatz eine Herde Pferde den Rasen pflegt?
Auf dem Campingplätzen trifft Mann in den Gemeinschaftsküchen auch immer wieder nette Menschen, mit denen man sich unterhalten kann. Manche wohnen in NZ, andere sind auch nur aufreißen, aber es ist immer spannend diese Leute zu treffen und vielleicht gemeinsam zu essen und etwas über ihre Art zu leben zu erfahren. Das ist, glaube ich, auch das, was ich so an den Campsites und Hostels so mag, das man in Kontakt kommt.


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